Seit nunmehr drei Jahren laufen Verhandlungen über finanzielle Zweckvereinbarungen des Gerätemuseums Ahorn des Coburger Landes mit möglichen Trägern. Mit im Boot soll der Kultur-und Schulausschuss des Landkreises Coburg sitzen. Der 1. Vorsitzende des Fördervereins, Wolfgang Dultz, beklagte sich bei der Hauptversammlung in der Doppelscheue des Museum über "zähe Verhandlungen".

Gelder flössen demnach nicht in dem Maße, wie es notwendig sei. So habe beispielsweise die Oberfrankenstiftung die Förderung eingestellt, der Bezirk habe zwar den Förderfestbetrag um 18 000 Euro erhöht, allerdings seien mit dieser Summe alle Leistungen abgegolten.


Landrat Busch soll Druck ausüben

Auch mit der finanziellen Beteiligung des Landkreises zeigte sich Dultz unzufrieden.
Eines der Hauptprobleme ist ein fehlendes Depot, für die dringend notwendige Inventarisierung fehlen ebenfalls die Mittel.
Wie Dultz betonte, habe der Förderverein die Auflagen zur Gründung eines Zweckverbandes erfüllt und ein Konzept erstellt. Ein Arbeitskreis zum Thema Gerätemuseum habe sich unter dem Vorsitz der Kreisrätin Elke Protzmann (CSU) im Landratsamt auch gegründet, jedoch bisher ohne Ergebnis. Dultz appellierte gleich mehrmals an Landrat Michael Busch (SPD), dieser möge Druck ausüben, damit eine Lösung zustandekomme.


Auf dem Prüfstand

Das konnte der Landrat nicht so stehen lassen. Busch erklärte, dass der Landkreis im Moment sehr genau die Museumslandschaft der Region prüfe, und dazu zählten das Museum der Deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt, das Ahorner Museum und das Jagd-und Fischereimuseum in Tambach. "Wir müssen sehen, was die Museen dem Landkreis bringen" betonte er. Busch machte keinen Hehl daraus, dass er das Tambacher Museum als überflüssig ansieht.


"Vorübergehend geschlossen" , stehe auf Schild am Eingang des Jagd-und Fischereimuseums. Busch: "Dies kann von mir aus bis 2019 so bleiben, dann geht es an den Grafen zurück."


Der Landkreis möchte hingegen am für die Region einmalig erhaltenen Ensemble der "Alten Schäferei", festhalten. Für das Gerätemuseum soll demnach eine Lösung gefunden werden. "Wir müssen dies nüchtern betrachten und nichts über das Knie brechen", sagte Busch. Der Landkreis unterstütze das Museum im Übrigen mit 90 000 Euro jährlich.

Der Bürgermeister der Gemeinde Ahorn, Martin Finzel (parteilos), appellierte, die riesige Sammlung für die Nachwelt zu bewahren, "solange dieser Schatz noch vorhanden ist und nicht zu Sägespänen verfällt".
Zum ersten Mal war ein Vertreter der Stadt Coburg bei der Hauptversammlung anwesend. Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak (SPD) ist das Problem bekannt, solche ähnlichen Diskussionen gebe es auch in Coburg.

Nowak versicherte: "Auch aus Sicht der Stadt ist das Gerätemuseum ein wichtiges Element in der Geschichte des Coburger Landes."

Dultz verkniff sich die Bemerkung nicht, die Stadt Coburg möge ihren seit Jahren niedrigen Mitgliedsbeitrag überdenken.

Immerhin gibt es auch erfreuliche Nachrichten: Das Jubiläumsjahr 2013 hat dem Museum eine große Zahl an Besuchern beschert und ein Plus in die Kasse gebracht. Dies habe damit zutun, dass Dultz im Vorfeld 13 000 Euro an Spendengeldern gesammelt hat. Der Handwerkermarkt an Pfingsten habe sage und schreibe über 4000 Besucher nach Ahorn gelockt, und dies sei eine Rekordzahl.
Auch alle übrigen Veranstaltungen waren sehr gut besucht, so dass insgesamt zu den Festen 6850 Besucher nach Ahorn gekommen sind. Laut Museumleiter Lothar Hofmann pendelt sich die Zahl von Festgästen zuzüglich Museumsbesuchern auf inzwischen 11 000 bis 12 000 Besucher pro Jahr ein. Für das Jahr 2014 ist neben allen Standardveranstaltungen zusätzlich eine Ausstellung mit der Feuerwehr zum Thema "Spritzen, Helme und Feuerhaken" geplant.

Förderverein wählt noch keinen neuen Vorstand

Der Punkt Neuwahlen wurde vertagt, da es laut Dultz Veränderungen im Vorstand gibt. Bis zum 31. Oktober soll der neue Vorstand seine Arbeit aufnehmen können. Kämmerer Ulrich Platsch konnte nur eine Zwischenbilanz des Haushaltes vorlegen. Demnach beträgt das Gesamtvolumen des Verwaltungshaushaltes 280 525 Euro, das Gesamtvolumen des Vermögenshaushaltes umfasst 37 050 Euro. Die Zuschüsse von Bezirk, Landkreis und der Gemeinde Ahorn beliefen sich im Jahr 2014 auf 183 000 Euro.