Viele Menschen können ihren Sport nicht in gewohnter Weise ausüben. Da bieten sich neben Waldläufen, Nord-Walking-Touren natürlich auch Wanderungen an. Die Neustadter können sich glücklich schätzen, vor ihrer Haustür ein wahres Wanderparadies zu haben.

Da gibt es zum Beispiel die Birkiger Heide, den Horber Berg, den Fechheimer Berg, den "Stiefvater" und die Bergdörfer. Weitere wunderbare Flur- und Waldbereiche im Stadtgebiet laden zu Spaziergängen und kleinen Wanderungen ein. Nach wie vor ein besonders beliebtes Ziel ist der Neustadter Hausberg, der Muppberg. In diesem herrlichen Landschaftsschutzgebiet kann man auf zahlreichen Rund- und Querwegen stundenlang wandern und dabei auch gemütliche Rast- und Ruheanlagen finden. Beliebte Anziehungspunkte sind nach wie vor die Arnoldhütte und der Prinzregententurm.

Abwechslungsreiche Tour

Eine besonders schöne und abwechslungsreiche Rundwanderung durch den Muppberg, die an den Neustadter Heimatforscher, -schriftsteller und Sippenforscher Emil Herold (1880 - 1946) erinnert, wollen wir heute vorstellen.

Am "Amtshof", ein kleiner Platz gegenüber der Neustadter Polizeiinspektion in der Ernststraße, beginnt die Rundwanderung. Wir wollen sie dem verdienstvollen Neustadter widmen. Über die untere Rosenstraße kommen wir sogleich am Geburtshaus Emil Herolds vorbei. Hier am Haus Nr. 11 wurde bereits 1961 eine Gedenktafel von der Stadt Neustadt angebracht. In der oberen Rosenstraße kommen wir an einigen schönen Anwesen ehemaliger Spielwarenfabrikanten vorbei.

Einen kurzen Moment halten wir inne am Haus Rosenstraße 29. Das ließ sich Gustav Herold, der Vater Emil Herolds, 1885 erbauen. Von hier aus marschierte Emil Herold auf die Arnoldhütte, wenn er dort oben Heimatabende für Landser, die sich auf Heimaturlaub befanden, mit "Neustadter Mundart" ausgestaltete.

Am Ende der Rosenstraße biegen wir links in die Gabelsbergerstraße ein. Auf der rechten Seite sticht zunächst die kleine katholische Pfarrkirche St. Ottilia aus dem Jahre 1930 ins Auge. Ihre Buntglasfenster sind ausgebaut, sie werden von einer Fachfirma erneuert.

Auf dem weiteren Weg prägen die Villen Elise und Rosalie sowie zwei herrschaftliche Wohnhäuser das Bild. Die Gabelsbergerstraße endet in einem zum Muppberg führenden Waldweg, auf dem wir nun weiterlaufen. Links unterhalb befindet sich das Neustadter Krankenhaus.

Erste Ruhemöglichkeiten im Muppberg bieten die "Pieken-Ruh" sowie kurz danach eine Bankanlage, gestiftet von der ehemaligen Firma Hermann Wirth. An ihr ist eine kleine Metalltafel mit dem schönen Spruch des früheren Neustadter Lehrers Ernst Hauck angebracht.

Ein kurzes Stück weiter stehen wir vor dem unter Denkmalschutz stehendem alten Wasserwerk von 1920, das schon lange nicht mehr in Betrieb ist. Gleich dahinter führt rechter Hand ein kurzer steiler Pfad zum oberhalb verlaufenden "Schlangenweg".

Im Volksmund wird der Rundweg so genannt, weil er sich vom Gesellschaftshaus Grüntal aus um den Berg "herumschlängelt". Wir gehen in die östliche Richtung weiter und kommen am Neustadter Brunnen vorbei.

Leider befindet sich diese Brunnenanlage seit Jahren schon in einem schlechten Zustand. Der Wasserzulauf ist verstopft. Das Wasser sucht sich seinen Weg durch die Fugen der Sandsteinumrandung. Der Weg mündet nach etwa 500 Metern in eine Forststraße ein, die vom Wanderparkplatz an der Ebersdorfer Straße bis hinauf zur Arnoldhütte führt.

An dieser Stelle befindet sich eine Ruhebank der "Bergfreunde 70". Nun geht es ein kurzes, aber steiles Stück der Forststraße hoch. An der Spitzkehre bei der Ortleppquelle - unterhalb des "Freundschaftspavillons" - geht die Wanderstrecke stetig bergauf weiter. Hier weist ein Wanderschild auf die "Herold-Ruh" bereits hin.

Auf dem nun folgenden einsamen und steilen Wegabschnitt kommt so mancher Wanderer ins Schwitzen. Nach etwa zehn bis 15 Minuten erreichen wir die 1972 von den "Bergfreunden 70" errichtete "Emil-Herold-Ruh", eine idyllische Ruheanlage mit zwei Bänken und einem Steintisch. Hier bietet sich eine Rast mit "Verpflegung aus dem Rucksack" an; denn bis hierher sind fast alle Höhenmeter geschafft.

Anschließend führt die Wanderstrecke rechts weiter. Auf dem mit Laub und Baumnadeln gepolsterten Waldweg lässt sich genüsslich eine Weile laufen. Er endet nach gut 300 Metern auf der Forststraße, die nach links zur Arnoldhütte führt.

Bis dorthin sind es nur noch etwa 250 Meter. Normalerweise ist dann eine Einkehr in der Arnoldhütte selbstverständlich, verbunden mit der Besteigung des Prinzregententurms. In Coronazeiten ist das leider nicht möglich. Wenigstens sind donnerstags bis sonntags warme Getränke und ein Imbiss zum Mitnehmen erhältlich.

Auf dem Rückweg

Der Rückweg von der Arnoldhütte beginnt einige Schritte unterhalb des beliebten Ausflugsziels auf dem sogenannten "2. Reitweg". Zunächst kommen wir an der "Westphal-Grotte" vorbei, einer mit Sandsteinen eingefassten Bankanlage. Dann wandern wir gemütlichen Schritts bergab weiter. Den daneben verlaufenden sogenannten "1. Reitweg", der ziemlich steil abfällt, lassen wir rechts liegen. Nach etwa 400 Metern wird die von der Arnoldhütte zum Gesellschaftshaus Grüntal führende Forststraße erreicht. Hier biegen wir rechts ab.

Nach weiteren rund 400 Metern, dort wo die Fahrstraße steil nach unten abfällt, wandern wir rechter Hand weiter. Gleich darauf kommen wir zur 1982 errichteten "Dr. Ernst Steinhauser Bankanlage" (Steinhauser war ein Gönner der Stadt Neustadt). Geradeaus folgen wir einem zunächst leicht abwärts führenden Weg. Nach etwa 300 Metern wird dieser Weg steiler und holpriger.

Kurz vor dem Gesellschaftshaus Grüntal halten wir uns erneut rechts und nehmen den Querweg oberhalb des Schützenplatzes, der uns wieder zur Gabelsbergerstraße hin führt. Nun hat sich der Kreis geschlossen. Nur noch bergab geht dann die letzte Wegstrecke über die Gabelsberger- und Rosenstraße zurück zum Ausgangspunkt am "Amtshof".

Rund um den Muppberg

Fazit Die 7,5 Kilometer lange Rundwanderung, für die man ohne Einkehr 2,5 Stunden einplanen sollte, ist sehr schön und abwechslungsreich. Sie kann zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter durchgeführt werden. Jeder Durchschnittswanderer schafft die Wanderstrecke ohne Probleme, zumal immer wieder Bankanlagen zu einer Verschnaufpause einladen.

Im ersten Abschnitt bis zur "Emil Herold-Ruh" sind allerdings einige kleinere Anstiege zu bewältigen.

Vorschlag Der Weg ist (noch) nicht ausgeschildert. Im Interesse der Wanderer und des Tourismus wäre es aber wünschenswert, diesen Wanderweg auszuschildern sowie am "Amtshof" und an der "Herold-Ruh" eine Erläuterungstafel anzubringen.