Die Zeiten der Corona-Krise sind herausfordernde Zeiten für Kultur-Veranstalter in der Region. Der Kunstverein Coburg erprobt vor diesem Hintergrund die Chancen verstärkter Kooperationen. Das gilt ganz besonders für die große Sommerausstellung, die der in Berlin lebenden niederländischen Künstlerin Miriam Vlaming gewidmet ist.

Unter dem Motto "Homunculus - Homuncula" rückt die Schau mit knapp 30 Arbeiten den Mensch in seinem Umfeld in den Mittelpunkt. In Zusammenarbeit mit Innenarchitektur-Studierenden der Hochschule Coburg ist eine Präsentation entstanden, die spannende Begegnungen sichtbar werden lässt.

Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg

Rund ein Jahr Vorbereitungszeit habe des Projekt erfordert, erklärt Vlaming, die diese Zusammenarbeit mit der Hochschule gemeinsam mit Reinhard Heinritz, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kunstvereins, vorangetrieben hat. Dabei hatten sich 20 Studierende unter Leitung ihres Dozenten Wolfram Richter ganz individuell mit Vlamings Arbeiten auseinander gesetzt und jeweils ein eigenes Plakat mit einem Text entworfen, der sich auf eines der Exponate Vlamings bezieht.

"Mit geht es um die Transzendenz, um die Grenzüberschreitung", erklärt Miriam Vlaming. Das sei auch der Grund, warum sie das Thema Mobilität des Menschen im weitesten interessiere - bis hin zum Aufbruch in den Weltraum. "Für mich war es sehr interessant, mich mit den Studierenden auszutauschen", sagt Vlaming. Mit ihren großformatigen Gemälden erkundet Vlaming das Spannungsfeld zwischen Kunst und künstlichem Menschen, zwischen Natur und einer vom Menschen tiefgreifend veränderten Welt. Wie Erfindungen und technische Umsetzungen von Erfindungen die Welt und ihre Wahrnehmung durch den Menschen verändern, zeigen Vlamings Bilder auf eindringliche Weise.

Spannender Dialog mit Technik

"Das Schöne an diesem Projekt ist, dass es vielen Optionen eröffnet", freut sich Heinritz. Denn nicht nur die Zusammenarbeit mit Studierenden wird in dieser Ausstellung sichtbar. Vielmehr spielt noch eine weitere Kooperation mit hinein - die technische Seite von Mobilität. Ganz konkret sichtbar wird sie in dieser Präsenation durch zwei technische Objekte der Firma Brose, die ebenfalls Kooperationspartner ist. Vlamings Arbeiten und die beiden Sitzgestelle gehen einen spannenden Dialog ein. Im künstlerischen Umfeld wirken die skelettierten technischen Konstruktionen verwandelt und verfremdet.

Parallel dazu zeigt der Architekt und Fotograf Georg Küttinger aus München fotografische Arbeiten unter dem Motto "Remix".

Zu Gast im Kunstverein

Ausstellungs-Tipp Miriam Vlaming: Homunculus - Homuncula" (10. Juli bis 29. August); Georg Küttinger: Remix (10. Juli bis 29. August); Vernissage am 10. Juli von 14 bis 18 Uhr; Begrüßung und Einführung um 16 Uhr.

Miriam Vlaming Die niederländische Malerin, 1971 in Hilden geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte bei Arno Rink und Neo Rauch Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Ihre Werke waren schon auf zahlreichen Einzelausstellungen in Deutschland, aber auch in den USA sowie beispielsweise in Rotterdam, Paris und Beijing zu sehen.

Georg Küttinger lotet mit seinen Arbeiten die Möglichkeiten abstrakter Fotografie aus. 1972 in München geboren, studierte er Architektur an der Technischen Universität. Von Fotografie war er schon als Neunjähriger begeistert, als er seine erste Kamera erhielt. Seine Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen gezeigt.red