Die Erste Große Strafkammer am Landgericht Coburg ist nicht zu beneiden: Ihr kommt die Aufgabe zu, aufzudröseln, was sich am späten Abend des 6. Oktober 2012 im Alten Schützenhaus im Weichengereuth ereignete. Die Vorgeschichte oder - besser gesagt - die vielen Vorgeschichten, die den Angeklagten, seine getötete Frau und vor allem seine Ex-Frau umranken, machen die Sache nicht leichter - ganz im Gegenteil.

Fakt ist, Ulrich S. hat in jener Nacht seine Frau Maria mit einem Bauchschuss aus einer doppelläufigen Schrotflinte getötet. Der Angeklagte hält beim Prozess-Auftakt am Montag an der Unfall-Version fest, bei der der Yorkshire-Terrier der Familie eine entscheidende Rolle gespielt hat (siehe Seite 1). Doch weder die Kammer unter Vorsitz von Richter Gerhard Amend, noch Oberstaatsanwältin Ursula Haderlein wollen Ulrich S.