Wann es genau passiert ist und wer dafür verantwortlich war, lässt sich heute nicht mehr feststellen: Fakt ist, der Zaun um das Rondell auf dem Coburger Schlossplatz hat eine Delle. Schon seit dem Sommer 2013. Dass das kein Dauerzustand bleiben kann, sei der Stadt wohl bewusst, sagt Hochbauamts-Leiter Peter Cosack auf Tageblatt-Nachfrage. Doch den Zaun zu reparieren, würde einen fünfstelligen Betrag kosten und das sei bei der derzeitigen Haushaltslage der Stadt einfach nicht drin.


Coburger wollen's wieder rund

Hinweise auf den eingedrückten Zaun hat die Stadt in der Vergangenheit immer wieder bekommen, auch an das Tageblatt hatten sich deshalb schon Leser gewandt. "Die Leute, die in Coburg Urlaub machen und zum wiederholten Mal kommen, schütteln nur den Kopf", heißt es da. Oder auch: "Das Schlossplatzfest ist doch bestimmt versichert, warum tut sich da nichts?"
Weil es eben nicht so einfach ist. Zunächst ist gar nicht erwiesen, dass der Schaden während des Schlossplatzfestes 2013 entstanden ist. Es könnte ebenso gut schon beim Sambafest, eine Woche zuvor, passiert sein - oder auch zwischen den Festen. "Das ist das Problem", sagt Cosack. "Wir haben lange recherchiert, können den Schaden aber nicht mehr zuordnen." Selbst ein Zeugenaufruf der Polizei hatte seinerzeit nichts ergeben.


Zaun in schlechtem Zustand

Ohne eindeutigen Verursacher wird die Stadt wohl auf den Kosten sitzenbleiben. Und die lägen, laut Cosack, im fünfstelligen Bereich. Denn klar ist auch: Es ist nicht damit getan, diese eine Delle auszubeulen. Der Zaun ist an vielen Stellen verbogen und korrodiert. Außerdem hat auch der Sandsteinsockel gelitten, auf dem die Umrandung befestigt ist. "Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll." Als "Schandfleck" könne man den massiven Stahlzaun aber deshalb noch lange nicht bezeichnen, findet Cosack. Ebenso wenig stelle er eine Gefahrenquelle dar. "Es ist eben ein optischer Mangel." Wäre der Zaun umgefahren worden, sähe es anders aus.
Selbstverständlich sei den Verantwortlichen bewusst, dass mittelfristig mit der Umrandung des Rondells etwas passieren müsse, betont Cosack. "Wir versuchen in der Verwaltung, eine Lösung zu finden." Wenn man aber jeden Euro fünf Mal umdrehen und überlegen müsse, ob man ihn nicht lieber in eine Schule steckt, sei das nicht so einfach. "So ist es aber im Moment. Für die Reparatur sind derzeit keine Mittel im Haushalt eingestellt. Das ist gelebte Haushaltskonsolidierung."
Eine Lehre hat die Stadt aber schon aus der Geschichte gezogen: Ehe auf dem Schlossplatz gefeiert werden darf, macht die Verwaltung mit dem jeweiligen Veranstalter eine Abnahme. Vor und nach jedem Fest werde nun der Zustand protokolliert. Cosack: "Das läuft mit allen Veranstaltern rund."