Paul Hagemann besucht die 7. Klasse der Montessorischule, was er im Anschluss machen möchte, weiß er noch nicht. Klare Vorstellungen hat André Horn aus der Untersiemauer Schule. Maler oder Maurer möchte er lernen, und Julian Geier aus der Seßlacher Schule interessiert sich brennend für technische Berufe.


Einfach mal ausprobieren

Bei der Berufsmesse des Handwerks bli cken Schüler in die Berufe, erhalten Informationen und dürfen auch hobeln, sägen, löten oder bohren. "Wir zeigen Berufe zum Anfassen", sagte Kreishandwerksmeister Jens Beland gestern bei der Eröffnung. In den kommenden zwei Tagen erwartet die Handwerkskammer über 1000 Schüler aus den Mittel- und Realschulen, der Förderschule, den Gymnasien oder den beruflichen Schulzentren, für die Eltern ist ein Informationstag eingeplant.

Mit der Messe wirbt das Handwerk seit einigen Jahren um
Nachwuchs. Mit Erfolg, wie der Ausbildungsleiter der Maurer und Zimmerer, Christian Kansy, beobachtet. "Die Schüler, die heute hier raus gehen, sind unsere Auszubildenden von morgen." Zimmermeister Heiko Büschel aus Großwalbur ist überzeugt: "Ohne diese Messe würde es nicht so gut laufen." Was sein Unternehmen angehe, könne er jedes Jahr mühelos einen Auszubildenden einstellen. Meist bekämen die jungen Leute über das Praktikum ihren Vertrag, sagte er. Wie beispielsweise Christoph Klarnert, Marcel Hopfenmüller oder Christopher Heß, die den Beruf des Maurers erlernen und bei der Messe zeigen, wie aus Mörtel und Steinen ein perfektes Mauerwerk entsteht.

Christoph Klarnert lernt im zweiten Lehrjahr, er berichtete begeistert über die vielen Aufstiegsmöglichkeiten, die sein Beruf biete, angefangen vom Gesellen zum Vorarbeiter und Polier, zum Meister oder Bautechniker und schließlich über ein Studium zum Bauingenieur, all dies sei möglich.

Christopher Heß schwärmte von seiner Ausbildung, seinen Traumberuf Maurer habe er über ein Praktikum entdeckt. "Da wusste ich, das ist meines, denn der Beruf ist vielseitig, kreativ, man ist an der frischen Luft und sieht, was man gearbeitet hat."


25 Berufe zum Schnuppern

Insgesamt können die Schüler im Bildungszentrum in der Handwerkskammer in 25 Berufe hineinschuppern, hoch im Kurs liegt laut Jens Beland nach wie vor der Beruf des Mechatronikers und Schreiners bei den Jungen, bei den Mädchen der Friseurberuf. Aber auch die Schülerinnen ziehen nach und ergreifen immer häufiger Berufe, die früher als Männerdomäne galten, wie eben Mechatroniker oder auch Schreiner.

"Oberfrankenweit gibt es immerhin 130 Handwerksberufe", sagte Beland und verwies auf die Vielfältigkeit, ob im Umgang mit Holz, Metall, Kunststoff, mit Backwaren oder Fleisch. Immerhin beginne jeder dritte Auszubildende eine Lehre im Handwerk. "Das Handwerk ist einer der größten Ausbilder, und wir möchten mit der Messe die Begeisterung weiter wecken," sagte Beland.


Imagefilm und App fürs Smartphone

Bevor die Schüler geordnet die Halle stürmten, gab es Informationen. Dazu zählte ein kleiner Imagefilm über die spannenden Berufsfelder und es wurde eine "Berufschecker-App" für das Smartphone vorgestellt. Der Ausbildungsberater Stefan Eckstein verwies neben den Aufstiegsmöglichkeiten auch auf die gute Vergütung beispielsweise in der Baubranche. Was den Bau angehe, gebe es immer noch einige offene Stellen zu besetzen.
Die Schüler wie Paul, André oder Julian fanden die Messe sehr gut. "Ich weiß jetzt, welche Berufe und welche Möglichkeiten es gibt, und das hilft schon bei der Wahl", sagte beispielsweise Julian Geier.