Die beiden Stellwerke "Cgn" und "Cbs" (Coburg-Nord und Coburg-Süd) gehören zu den wenigen Gebäuden, die vom Güterbahnhofsareal noch übrig sind. Es sind auch die einzigen, die 2013 nicht mit an die Stadt verkauft wurden. Doch sie gammeln vor sich hin - das im Süden noch stärker als das im Norden.

Wären die beiden kleinen Stellwerksgebäude im Güterbahnhofsareal Eigentum der Stadt, wären längst Schritte unternommen worden, um sie zu sichern, versichert Stadt-Pressesprecher Louay Yassin. In den Diskussionen um die Nutzung des Güterbahnhofsareals hat es bereits etliche Vorschläge gegeben, was aus diesen zweigeschossigen Häuschen werden könnte: ein Bettenhaus für ein Hostel, eine Unterkunft für Start-ups, ...

Doch dafür müsste die Bahn diese Gebäude zur Verfügung stellen. Warum sie das nicht tut beziehungsweise was sie mit den alten Ziegelbauten vorhat, war am Montag nicht zu erfahren. Das einzige, was bislang geschah, war, dass nach Beschädigungen im Frühjahr 2020 ein Bauzaun um das südliche Stellwerk gezogen wurde. Das nördliche Stellwerk ist vom Vandalismus bislang weniger betroffen; der Bereich, wo es steht, ist allerdings auch belebter, und daneben befindet sich der schlichte containerartige Bau des neuen Stellwerks.

Dieses Stellwerk ging im Dezember 2007 in Betrieb; damit hatten die beiden kleinen alten aus dem Jahr 1903 ausgedient. Damals wurden auch die Gleise im Güterbahnhofsbereich reduziert: Übrig blieben zwei Durchfahrtsgleise und fünf Stumpfgleise; der Ablaufberg wurde eingeebnet. Darüber wurden früher die einzelnen Waggons zu neuen Zügen zusammengestellt, und das dürfte im Wesentlichen die Aufgabe des Stellwerks Süd gewesen sein.

Schon zum 1. Januar 2000 hatte die Bahn die Güterverladung in Coburg (zuletzt Holz und Schrott) eingestellt. 2013 erwarb die Stadt das Güterbahnhofsgelände zurück, das sie 1901 der Bahn zum großen Teil geschenkt hatte. Nur ein paar Teilflächen wurden damals von privat erworben beziehungsweise gegen Entschädigung enteignet. Zum Gelände gehörten 2007 noch etliche Gebäude, von denen nur einige noch stehen, etwa die frühere Stückgutabfertigung ("Alte Pakethalle") und das Übernachtungsgebäude für die Lokführer südlich davon. 2015 wurden etliche Schuppen, die überdauert hatten, abgetragen, um Platz für einen provisorischen Parkplatz zu schaffen.

Unter Denkmalschutz steht keins der Gebäude im Güterbahnhofsareal, wie aus dem Denkmalatlas Bayern hervorgeht. Auch ein Ensembleschutz besteht dort nicht. Der Lokschuppen nördlich des Personenbahnhofs gilt als Denkmal, rottet aber auch seit Jahren vor sich hin. Er gehört allerdings nicht mehr der Bahn.