Die weiterhin hohe Zahl von Corona-Neuinfektionen und Sterbefällen bringt auch das Bestattungswesen an seine Grenzen. "Wir arbeiten in diesen Tagen rund um die Uhr", sagt Stefan Albert von der Friedhofsverwaltung Coburg. Etwa 20 Einäscherungen am Tag erfolgen derzeit im Krematorium auf dem Coburger Hauptfriedhof am Glockenberg. Etwa eine Stunde dauert eine Kremierung. Die Leichname kommen aus den Städten und Landkreisen Coburg, Kronach, Lichtenfels, Bamberg, Hildburghausen und Haßberge.

Bei etwa einem Drittel der Särge ist ein großer roter Zettel aufgeklebt. "Infektiös" steht darauf. Für Bestatter und die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung ist der Umgang mit Toten - auch mit Leichnamen, von denen eine Infektionsgefahr ausgeht - nichts Neues. Aber mit der Covid-19-Pandemie sind die Zahl der infektiösen Leichname und der Aufwand stark angestiegen. "Auch wir haben uns abgeschottet, um Infektionen zu vermeiden", stellt Stefan Albert fest. Handschuhe, Schutzkittel und Desinfektionsmittel sind allgegenwärtig. Trotzdem ist das Risiko einer Ansteckung vorhanden, "zumal die Ärzte oft nicht ordentlich arbeiten" und auf dem Totenschein die Infektionsgefahr oft nicht vermerken, wie er zu bedenken gibt. Der Betrieb müsse aufrechterhalten bleiben, andererseits sollten die Angehörigen nicht zu lange auf die Urne warten müssen.

Corona-Tote im Krematorium in Coburg: Abschiednehmen am offenen Sarg untersagt

Geht von einem Leichnam eine Infektionsgefahr aus, ist das Abschiednehmen am offenen Sarg untersagt. Die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung vermeiden es, Särge mit einem infektiösen Leichnam mehr als unbedingt nötig zu bewegen. Ausgestattet sind sie mit Handschuhen, Masken und Schutzkleidung. Die Särge werden mit desinfizierenden Lösungen abgesprüht, die Transportwagen nach jedem Gebrauch in dieser Art behandelt. Es ist mehr Hygiene als sonst nötig.

Die bayerische Bestattungsverordnung schreibt vor, dass infektiöse Leichname "unverzüglich in ein mit einem geeigneten Desinfektionsmittel getränktes Tuch oder auf andere ebenso geeignete Weise einzuhüllen sind". Das machen die Bestatter.

Maximal 20 Angehörige aus dem engsten Familienkreis können zurzeit eine Trauerfeier in der Aussegnungshalle auf dem Coburger Friedhof besuchen. Auch bei der Urnenbeisetzung im Freien ist die Zahl der Trauergäste begrenzt.