"Wo ist das Problem bei Verkaufsverpackungen?", fragt Johannes Balk. Er ist beim Coburger Entsorgungs- und Baubetrieb (CEB) zuständig für die Stadtreinigung. Das Aufkommen von Leichtverpackungen (LVP), die in der gelben Tonne landen, stieg in den letzten Jahren stetig. 1021 Tonnen kamen so 2016 in der Stadt zusammen. Und immer öfter befinden sich darunter Einwegbecher. Wobei diese häufig auch in den öffentlichen Mülleimern landen und dann nicht recyclet werden sondern verbrannt werden, erklärt Balk. Seine Lösung: "Wir müssen von der Verpackungsflut wegkommen." Gegen die Wegwerfbecher gibt es jetzt auch ein von der Stadt unterstütztes Konzept.

"Coffee To Go Again" hat es Erfinderin Julia Post aus München genannt. Sie kam ins Café Schubart, um ihre Idee den hiesigen Gastronomen vorzustellen. Alles beginnt mit einem Aufkleber mit dem Logo der Aktion. Er soll die Kunden darauf hinweisen, dass sie in diesem Geschäft ihren eigenen Mehrwegbecher mitbringen und befüllen lassen können. Als Anreiz könnte dann dafür ein Rabatt bei jedem Kaffee gewährleistet werden.

Der nächste Schritt: eigene Mehrwegbecher anbieten. "Wir leben in einer bequemen Gesellschaft. Nicht jeder hat immer einen eigenen Becher dabei", sagt Post. Deshalb wünscht sie sich die Einführung eines zusammenhängenden Pfandsystems in den Kommunen. Der Kunde lässt sich in einem Café einen Becher befüllen und zahlt dafür einen Euro Pfand. Bei einem anderen Gastronomen kann er diesen wieder zurückgeben. Das funktioniere aber nur, wenn sich ein Netz in der Stadt entwickelt, erklärt sie.


Initiative bereits ergriffen

Max Schubart, vom gleichnamigen Café, hat bereits Aufkleber angebracht. "Wir machen seit Jahren mit. Wir wollen einen Anreiz schaffen, um Einwegbecher zu vermeiden", sagt er. Das Café bietet auch schon eigene Becher an.

Die Stadt möchte dieses Engagement unterstützen. Allerdings nur "ideell", wie der Klimaschutzbeauftragte Wolfgang Weiß (Grüne) erklärt. Zusammen mit anderen Stadträten hat er im Stadtrat einen Antrag gestellt, um das Konzept "Coffee To Go Again" auch in Coburg umzusetzen. Ende Juni 2017 stimmte der Rat dem zu. In Coburg machen Plakate auf die Aktion aufmerksam. Dazu wird es auf der Homepage der Stadt eine Karte geben. Auf dieser wird angezeigt, wohin die Kunden überall ihre eigenen Becher mitnehmen können, zusammen mit einigen Informationen zu der Kampagne. "Einwegbecher sind eine enorme Verschwendung von Ressourcen", sagt er.

Das findet auch Johannes Balk vom CEB. Zwar liege die Verwertungsquote bei den Leichtverpackungen bei 90 Prozent, doch "nicht aus jedem Joghurtbecher wird wieder ein Joghurtbecher", sagt er. Nur 30 bis 40 Prozent werden stofflich wiederverwertet. Das bedeutet, dass daraus wieder ein neues Produkt wird. Der Rest wird als Brennstoff verwendet.


Diese Gastronomien nehmen an "Coffee To Go Again" teil