Coburg
Notfallplan Gas

Coburger Wirtschaft "in weiten Teilen in Existenz bedroht": IHK fordert Schritte gegen "Super-GAU"

Die IHK Coburg sieht die regionale Wirtschaft in weiten Teilen in ihrer Existenz bedroht. Die Ausrufung des Notfallplans Gas zeige den Ernst der aktuellen Lage. Ein "Super-GAU" müsse zwingend verhindert werden, fordert die IHK.
Coburger Wirtschaft "in weiten Teilen in Existenz bedroht": IHK fordert Taten gegen "Super-GAU"
"Ein Super-GAU, das Abschalten von Verbrauchern, insbesondere in der Wirtschaft, muss aufgrund unabsehbarer Folgen unbedingt verhindert werden", betont IHK-Präsident Andreas Engel. Foto: falco/Pixabay (Symbolbild)
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  • Coburger IHK sieht existenzbedrohte Lage der regionalen Wirtschaft 
  • Ausrufung von Notfallplan Gas zeige den Ernst der Situation
  • "Auf zuverlässige Gaslieferungen dringend angewiesen"
  • Kohlekraftwerke, Gaseinsparungen, Speicher - das fordert die IHK

"Unsere Coburger Wirtschaft ist auf zuverlässige Gaslieferungen und wettbewerbsfähige Energiepreise dringend angewiesen – und deshalb durch die historisch hohen Kosten bereits in weiten Teilen in der Existenz bedroht", schreibt die Industrie- und Handelskammer zu Coburg in einer Pressemitteilung. Die Ausrufung der zweiten Stufe des Notfallplans Gas zeige den Ernst der Situation auf. "Die Ausrufung der Alarmstufe im Notfallplan Gas der Bundesregierung ist ein konsequenter Schritt im Krisenmanagement", erklärt IHK-Präsident Andreas Engel.

IHK Coburg fordert bei Energiepolitik schnelles Handeln - "Produktionsstopps" verhindern

Die Alarmstufe sei eine Voraussetzung für die Umsetzung der Pläne der Bundesregierung, Kohlekraftwerke wieder ans Netz zu holen, um Erdgas bei der Stromproduktion einzusparen. Engel begrüßt die Pläne der Bundesregierung, Gaseinsparungen in der Industrie zu belohnen. "Diese müssen nun aber rasch an den Start gehen!" Außerdem sollte es den Unternehmen erlaubt werden, kurzfristig von Gas auf Heizöl oder Kohle umzusteigen. Dem stehen bislang aber noch umweltrechtliche Vorschriften im Weg. Auch sollten die staatlichen Notfallzahlungen kurzfristig auf gasintensive Betriebe ausgeweitet werden.

"Die Politik ist mehr denn je gefordert, die Gasspeicher aufzufüllen, alternative Anbieter zu finden sowie erneuerbare Energien und die notwendigen Trassen zügig auszubauen. Und wir brauchen ein Ende ideologischer Scheuklappen in der Energiepolitik", betont IHK-Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel. Es gelte, alle Maßnahmen und Möglichkeiten zur Energieversorgung sachlich abzuwägen. Engel mahnt: "Ein Super-GAU, das Abschalten von Verbrauchern, insbesondere in der Wirtschaft, muss aufgrund unabsehbarer Folgen unbedingt verhindert werden."

Auch müssten alle Möglichkeiten zum Einsparen von Erdgas genutzt werden. Weil die Einsparpotenziale in der Industrie bereits zum Großteil ausgeschöpft seien, müsse das Energiesparen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen werden. "Unsere Unternehmen haben ihren Verbrauch bereits soweit möglich reduziert, es gibt kaum weiteren Spielraum", so der IHK-Präsident. Als nächster Schritt seien Produktionsstopps zu befürchten, wenn zusätzliche Einsparungen in nennenswertem Ausmaß erreicht werden sollen.

IHK verfasst Resolution zu Energiepreisen und -versorgung

IHK-Hauptgeschäftsführer Schnabel sieht durch die aktuellen Entwicklungen die Forderungen bestätigt, die in der IHK-Resolution "Sofortmaßnahmen gegen hohe Strom- und Energiepreise einleiten - Energieversorgung nachhaltig sichern" formuliert sind. Darin finden sich mittelfristig notwendige Maßnahmen, wie Reduzierung der Abhängigkeiten bei fossilen Energieträgern bei gleichzeitiger Nutzung von Speicher- und Abschaltpotenzialen, stärkere europäische Vernetzung der Strom- und Gasinfrastruktur sowie Hochlauf des Wasserstoffmarkts.