Die HUK-Coburg-Arena schreibt laut städtischem Haushaltsplan Verluste: 747 000 Euro waren es im Jahr 2013; für 2015 erwartet das Sportamt ein Minus von 740 000 Euro. Darin enthalten sind die Abschreibungen für den 13,5 Millionen Euro teuren Bau in Höhe von 418 000 Euro. An Einnahmen erwartet die Stadt dieses Jahr rund 170 000 Euro - und das soll mehr werden, fordern die CSU-Stadtratsmitglieder Friedrich Herdan und Thomas Bittorf. Sie beantragen, das Nutzungskonzept so umzuwidmen, dass dort auch "große und mittlere Publikumsveranstaltungen wie Konzerte, Messen und sonstige Events stattfinden können".

"Das ist der untaugliche Versuch, den Kuchen neu aufzuteilen mit dem Ziel, dass er größer wird", schimpft Jürgen Heeb, Vorsitzender des Sportverbands Coburg und ebenfalls Stadtratsmitglied (Wählergemeinschaft Pro Coburg, WPC). Die HUK-Coburg-Arena sei keine "Ballsporthalle", wie Bittorf und Herdan sie bezeichnen, sondern eine Vereinssporthalle. Dafür sei großer Bedarf da, sagt Heeb, und verweist auf verschiedene Meisterschaften, die hier schon stattfanden: Weltmeisterschaft im Indoor-Modellflug, zuletzt fränkische Meisterschaft im Gardetanz, deutsche Karate-Meisterschaften. Hinzu kommen Veranstaltungen wie die Betriebsversammlungen der HUK-Coburg, ein Gastspiel der Harlem Globetrotters oder die Jugendshow "Comeets". Die Ligaspiele von HSC Coburg (Handball), BBC Coburg (Basketball) und VSG Coburg-Grub (Volleyball) mit teilweise bis zu 3500 Zuschauern erwähnt Heeb hier gar nicht.

Wohl aber die Tatsache, dass die Angersporthalle mit 1200 Plätzen Zuschauerkapazität voraussichtlich 2016 außer Betrieb geht. Als Ersatz soll möglichst schon ab Herbst 2015 eine neue Schulsporthalle ohne nennenswerte Zuschauerkapazität errichtet werden. "Das heißt, dass alle Veranstaltungen mit Zuschauerinteresse fast nur noch in der HUK-Coburg-Arena stattfinden können, wie Meisterschaften im Luftgewehrschießen (800 bis 1000 Zuschauer), Meisterschaften im Formationstanz (1000 Zuschauer), Jugendturniere, Stadtmeisterschaften und ähnliches", schreibt Heeb an Herdan und Bittorf.


Steuersparmodell

Diese Veranstaltungen dürften zusätzliches Geld bringen, weil in der Arena ganz andere Gebühren fällig werden als in den Schulsporthallen der Stadt. Die Arena wird als "Betrieb gewerblicher Art" geführt, und das brachte der Stadt einen erheblichen Steuervorteil: Sie durfte von den Baukosten die Mehrwertsteuer abziehen, das brachte fast 2,5 Millionen Euro. Die müssten jedoch zurückgezahlt werden, sollte die Arena Gewinne einfahren, macht Heeb geltend.

Überhaupt, das Defizit: "Was zahlen wir für das Kongresshaus oder das Landestheater", fragt Heeb und verweist im nächsten Atemzug auf die Macht, die der Sport in Coburg darstelle: 56 Vereine mit fast 17000 Mitglieder, mehrere hochklassige Sportarten, die "den Namen Coburgs in die Welt hinaus tragen".

Diese Sportvereine brauchen Heeb zufolge die Halle, wegen entsprechender Trainingsmöglichkeiten für ihre Spitzenmannschaften und für die Nachwuchsarbeit. Abgesehen davon sei die Arena derart ausgelastet, dass für andere Veranstaltungen kaum Zeit bleibe.

Auch würden die Antragsteller den Aufwand für die Umrüstung unterschätzen, meint Heeb. Für ein Handballspiel werde 24 Stunden lang auf- und wieder abgebaut. Bei Konzerten oder ähnlichen Veranstaltungen sei die Arena zwei bis drei Tage blockiert, abgesehen davon, dass eine weitergehende Nutzung zusätzliche Investitionen "im sechsstelligen Bereich" und mehr Personal erforderlich mache und damit wieder Geld koste. Überdies sei der Vertrag übers Facility-Management für Sportbetrieb ausgelegt, nicht für eine multifunktionale Nutzung der Arena. Abschließend empfiehlt Heeb den Antragstellern: "Man darf nicht nur sagen, was man will, sondern man muss auch klar erklären, was man dann nicht mehr kann."


Das kosten Coburger Sportanlagen

Die folgenden Zahlen stammen aus dem Haushaltsplan 2014, der auch auf der Homepage der Stadt im Internet abrufbar ist. Der Haushalt 2015 ist noch nicht von der Regierung von Oberfranken genehmigt und gilt daher noch nicht.

Angersporthalle Defizit 357 000 Euro, davon 192 000 interne Mietverrechnung.

BGS-Sporthalle Defizit 238 300 Euro, davon 102 000 Euro interne Mietverrechnung.

Pestalozzihalle 193 200 Euro Defizit.

Dr.-Stocke-Anlage Defizit 272 000 Euro.

HUK-Coburg-Arena Defizit 742 000 Euro, davon 418 500 Euro Abschreibungen. Die Einnahmen von insgesamt 160 700 Euro (Planzahl 2014) sind hier schon abgezogen.