"Eine Prise Urbanität im ländlichen Raum" nennt Eric Rösner das, was derzeit in der ehemaligen Gründervilla in der Schlachthofstraße beheimatet ist: 15 jederzeit nutzbare Arbeitsplätze stellt die "Zukunft.Coburg.Digital"-GmbH um Geschäftsführer Rösner klugen Köpfen, Gründern, Studenten und Unternehmern zur Verfügung. Seit 2018 hat das Unternehmen, das den Coworking-Space verwaltet, den ersten Stock der früheren Schlachthofvilla gemietet.

Im Erdgeschoss hatte sich zuvor die Hochschule Coburg mit ihrem Projekt Creapolis, die innovative Hochschule, eingerichtet: Der Makerspace, eine Art High-Tech-Werkstatt, ist Teil des Projekts Creapolis. Zwischen Holzwerkstatt und 3D-Labor und Schweißgerät können sich Studenten, aber auch Unternehmen und Privatleute ihre Visionen und Ideen mit Leben erfüllen.

Alles wird eine Nummer größer

"Die Nachfrage ist groß, das Netzwerken zwischen Gründern und Unternehmen funktioniert. Darum sind wir froh, dass wir bald mehr Platz haben", sagte Rösner bei der Vorstellung des Bauprojekts. Neben Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) ließen sich auch der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Busch sowie Horst Arnold, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Landtag, das Areal zeigen.

Seit 2013 steht die große Halle leer, in etwa eineinhalb Jahren soll das städtische Objekt zu neuem Leben erwachen: Das vom Freistaat Bayern und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Creapolis sowie der Coworking Space ziehen ein. Rund 5,5 Millionen Euro lässt sich die Stadt den Umbau kosten.

Die Struktur bleibt wie in der Schlachthofvilla: Im Erdgeschoss sitzt Creapolis, darüber Zukunft.Coburg.Digital. "Man muss jungen Menschen etwas bieten, damit sie bleiben und sich engagieren. Dieses Projekt hier kann ein Ansatz sein", erklärte Rösner.

Während die Räume in der Schlachthofvilla eher einfach eingerichtet sind, werden die neuen Flächen nicht nur größer, sondern auch deutlich moderner gestaltet. "Wir schaffen hier eine kreative, innovative Atmosphäre", erklärt Rösner, der dem Projekt eine große Zukunft zurechnet: "Das wird ein Entwicklungsschub für das ganze Areal."

Studenten entwickeln Konzept

Die Hochschule will ihre Flächen im Erdgeschoss aufteilen. "Der Makerspace bekommt mehr Platz. Das kommt vor allem der Holzwerkstatt und den Lasern zugute. Außerdem wollen wir Verwaltungs- und Besprechungsräume im Erdgeschoss unterbringen", sagt Margareta Bögelein, Leiterin des Referats Marketing und Kommunikation.

Das Konzept für die Büroräume entsteht im kommenden Frühjahr: Gemeinsam mit Professor Mark Phillips, Prodekan der Designfakultät, entwickeln Studenten der Coburger Hochschule eine innovative Arbeitswelt. "Innovation und Transfer sind für die Hochschule sehr wichtig. Der Umzug in die Kühlhalle ist eine echte Chance", betont Bögelein.

Zusätzlich zu den etwa 450 Quadratmetern, die den Mietern jeweils zur Verfügung stehen, wollen beide Parteien weitere 140 Quadratmeter als gemeinsame Veranstaltungsfläche nutzen. Der Austausch zwischen den Projekten, den Studenten, Gründern und Firmen soll dadurch weiter verstärkt werden.

Die Kühlhalle als Auftakt?

Geht es nach der Hochschule, ist die Kühlhalle indes der erste Schritt auf dem Weg zum Prinz-Albert-Campus. "Es ist unser Ziel, einen Campus in zentraler Lage zu entwickeln", erklärt Bögelein. Das weitläufige Areal könnte auch den MINT-Studiengängen Platz bieten, wenn der Campus Friedrich Streib saniert wird. Die Gespräche mit der Stadt seien fortgeschritten, erklärt Bögelein. Noch sei aber nichts spruchreif.