Heiß ist es in Peter Schoppels Freiluft-Atelier auf dem Albertsplatz. Doch den Maler aus Gundelsheim stört die Hitze ganz und gar nicht. Unter zwei großen Sonnenschirmen sitzt er vor einer weiß grundierten Leinwand und malt Blumen in hellen, freundlichen Farben. Zwei Leinwände weiter rechts malt Paul aus Coburg mit kräftigen Farben lustige Gesichter. Der Zehnjährige ist zufällig vorbeigekommen beim "Atelier auf Zeit" und nutzt die Gelegenheit, sein Talent auf großem Format auszuprobieren - mit sichtbarer Freude und klaren, entschlossen gesetzten Linien.

Einfach loslegen

Paul ist der beste Beweis, dass Peter Schoppels Konzept funktioniert. "Man muss den Menschen einfach nur die Angst vor der leeren Leinwand nehmen", erklärt Schoppel, warum er die aufgestellten Leinwände vorab grundiert und dann den weißen Untergrund da und dort mit Farbflächen in dezentem Grün und Blau versehen hat.
"Mancher braucht einfach einen Ausgangspunkt, um loslegen zu können", weiß Schoppel aus seiner Erfahrung im letzten Jahr, als er sich erstmals an der Reihe "Atelier auf Zeit" beteiligt hatte, die als Beitrag zur "Coburger Sommerakademie" von der Volkshochschule mit Unterstützung des Coburger Citymanagements veranstaltet wird.

Kunst als Gemeinschaftswerk

"Die Menschen lassen sich gerne inspirieren", weiß Schoppel: "Am schnellsten machen sie mit, wenn sie sehen, dass schon jemand anderes auch malt." Manche bleiben bloß fünf Minuten, sagt Schoppel, aber manche "haben die Zeit völlig vergessen und bleiben fast den ganzen Nachmittag."


Schon bei seiner ersten Teilnahme am "Atelier auf Zeit" hat Schoppel eine "ganz tolle Erfahrung" gemacht: "Keiner hat den anderen übermalt, sondern das Vorhandene nur ergänzt oder erweitert. Das fand ich ganz klasse." Genau das ist schließlich ganz im Sinne Peter Schoppels, der die so beim Coburger "Atelier auf Zeit" entstehenden Gemälde ausdrücklich als Gemeinschaftswerk sieht.



Aus dem Werdegang eines freischaffenden Künstlers


Peter Schoppel 1958 geboren in Bamberg, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Bauzeichnet. Bereits 1987 begann er mit dem Aufbau ab 1987 Aufbau eines eigenen Ateliers sowie einer Druckwerkstatt in Gundelsheim. Im Jahr 2001 stieg er aus dem Beruf aus und nahm ein Studium in Malerei ud Druckgrafik an der EKA Trier auf. Schoppel ist seit 2005 freischaffend als Maler und Grafiker tätig (https://schoppel.wordpress.com/about)