In seiner Juli-Sitzung hatte sich der Stadtrat mit der Zukunft der Feuerwehr befasst. Die Feuerwehren selbst hatten zusammen mit dem Ordnungsamt einen umfangreichen Katalog erarbeitet, wo welches Fahrzeug stationiert wird, welche Fahrzeuge in den nächsten Jahren angeschafft werden müssen, wie die Werbung neuer Mitglieder und die Ausbildung der Feuerwehrleute vonstatten gehen soll. Strittig blieb nur ein Punkt: Wie soll es im Coburger Osten weitergehen?

Dort gab es noch drei selbstständige Stadtteilwehren: in Lützelbuch, in Neu- und Neershof sowie in Löbelstein. Im Coburger Osten verlaufen die ICE-Strecke und die Autobahn. Und: Auch die tagsüber besetzte Feuerwache am Dammweg hätte Probleme, innerhalb der vorgeschriebenen Einsatzzeit vor Ort zu sein. Die Feuerwehr in Löbelstein kann bislang auch tagsüber Einsatzbereitschaft gewährleisten.

Der Grundgedanke war, die drei Feuerwehren zusammenzufassen. Doch wo? Für die Lützelbucher und Neu-und Neershofer war klar: Auf quasi neutralem Boden, in Rögen, nahe beim Rettungstunnel, sollte ein neues Hauptquartier für eine Feuerwehr Coburg-Ost entstehen.

Doch in Löbelstein gibt es ein relativ neues Feuerwehrhaus, das nur ausgebaut werden müsste. So lautete der Gegenvorschlag. Der Ausbau wäre billiger und schneller hinzubekommen, denn in Rögen hätte die Stadt kein bebaubares Grundstück zur Verfügung, sondern hätte erst ein Bebauungsplanverfahren durchführen müssen. Deshalb traf der Stadtrat im Juli einstimmig die Entscheidung, das Feuerwehrhaus in Löbelstein auszubauen.

Die Aktiven in Lützelbuch (neun) und Neu- und Neershof (23) empfanden das als Schlag ins Gesicht. Denn sie hatten mehrere Male versucht, mit dem Stadtrat ins Gespräch zu kommen, hatten wiederholt für einen Neubau plädiert. "Wir sehen für uns keine Zukunft mehr", sagten am Mittwochabend der Neu- und Neershofer Stefan Franz und seine Stellvertreterin (und Tochter) Swenja Franz. Gerade die Neu- und Neershofer Feuerwehr hatte in den vergangenen Jahren durch intensive Jugendarbeit einen großen Aufschwung genommen. Allerdings wohnen nur noch sechs der Aktiven auch im Stadtteil.

Der Lützelbucher Kommandant Stefan Büttner übergab symbolisch einen Helm an Stadtbrandinspektor Daniel Fritz. Der nahm den Austritt von insgesamt 32 Feuerwehr-Aktiven mit Bedauern zur Kenntnis, dankte aber für die jahrelang bewiesene Einsatz- und Übungsbereitschaft. Kai Holland, als Leiter des Coburger Ordnungsamts zuständig für den Brandschutz, appellierte an die ehemaligen Aktiven, sich weiterhin zu engagieren - "gern auch bei einer anderen Feuerwehr".