• Coburg: Grüne wollen Oben-ohne-Baden im Aquaria-Bad erlauben
  • Stadtratsfraktion stellt Antrag zur Gleichstellung aller Geschlechter
  • Stadtrat stimmt dagegen: Mehrheit lehnt Grünen-Vorstoß ab
  • "Wir engen uns immer weiter ein": CSU-Stadträtin erklärt ihr Nein

In Schwimmbädern dürfen Männer mit freiem Oberkörper baden. Frauen müssen hingegen ihre Brust mit einem Bikini oder Badeanzug bedecken. Manche empfinden das als ungerecht. Die Coburger Grünen sprechen von "Diskriminierung" und wollen das Oben-ohne-Schwimmen im Aquaria-Bad für alle erlauben - egal ob Mann, Frau oder non-binäre Person. Jeder Badegast sollte demnach selbst entscheiden können, ob er sich mit nacktem Oberkörper zeigt oder nicht. Die Stadtratsfraktion der Grünen stellte unlängst einen entsprechenden Antrag zur Änderung der Badeordnung im Coburger Bad - letztlich ohne Erfolg. 

Coburger Stadtrat lehnt "Oben-ohne"-Vorstoß der Grünen ab - CSU-Politikerin erklärt ihr Nein

Die Mehrheit der Stadtratsmitglieder sprach sich in der Sitzung am Donnerstag (22. September 2022) gegen den Vorschlag der Grünen-Fraktion aus. Auch Barbara Kammerscheid stimmte mit Nein. Im Gespräch mit inFranken.de erklärt die CSU-Stadträtin, warum. 

"Mir ist das vollkommen egal, ob im Schwimmbad jemand oben ohne liegt", stellt Kammerscheid vorneweg klar. Sie habe vor der Abstimmung gleichwohl mit einer non-binären Person gesprochen. "Ich habe jemanden gefragt, die trans ist", berichtet die frühere SPD-Stadträtin, die inzwischen für die CSU im Coburger Gemeindegremium sitzt.

"Sie sagte mir: 'Mensch, wann lasst ihr uns endlich in Ruhe? Wir wollen ganz normal leben - wie ihr auch. Wir wollen nicht ständig in die Öffentlichkeit.'" Um Transmenschen nicht ungewollt ins Rampenlicht zu zerren, habe sie gegen den Oben-ohne-Antrag der Grünen gestimmt, sagt Kammerscheid.

"Muss denn alles reglementiert werden?": Stadträtin fühlt sich auch so gleichberechtigt

Egal, ob See oder FKK-Strand - in vielen Bereichen dürfe man sich unabhängig vom Geschlecht oberkörperfrei zeigen. "Aber muss denn alles reglementiert werden?", gibt Kammerscheid zu bedenken. "Vielleicht bin ich da altmodisch. Aber wir engen uns immer weiter ein." Sie selbst fühlt sich laut Eigenaussage gleichberechtigt. Manche Diskussion und manchen Vorstoß kann sie indes nicht nachvollziehen. "Ich verstehe manches tatsächlich nicht mehr", 

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