Dominik Sauerteig (SPD) ist erst gut einem Jahr Oberbürgermeister - doch am Donnerstag konnte er bereits zum zweiten Mal in seiner Amtszeit einen Präsidenten der oberfränkischen Handwerkskammer (HWK) zu dessen Antrittsbesuch in Coburg begrüßen. Doch die Querelen um die alte Führungsspitze waren ja nicht das einzige leidige Thema, mit dem sich die HWK zuletzt selbst beschäftigte. Streit gab es auch mit den Handwerkskollegen in Coburg, die nicht akzeptieren wollten, dass das Berufs- und Technologiezentrum (BTZ) am Hinteren Floßanger in Coburg geschlossen wird.

Am Donnerstag, als sich der neue HWK-Präsident Matthias Graßmann in eben jenem BTZ mit Dominik Sauerteig traf, sollte aber nur noch nach vorne geblickt werden. Schließlich steht das Handwerk vor großen Herausforderungen. So sagte Graßmann, dass die Zahl der Lehrlinge in Oberfranken aktuell einen "historischen Tiefststand" erreicht habe - und das in einer Zeit, in der fast jeder dritte Handwerksbetrieb in Oberfranken vor der Übergabe steht. Sprich: Nachwuchskräfte werden dringend gesucht.

Dominik Sauerteig machte deutlich, dass Coburg weiterhin ein "attraktiver Handwerkerstandort" bleiben wolle. Doch der "Wettbewerb um die jungen Köpfe" sei "hart" - auch Industrie sowie Firmen aus dem Dienstleistungssektor würden um die Schulabsolventen buhlen. Um so wichtiger sei der Erhalt des BTZ. "Danke, dass sie so hartnäckig geblieben sind", sagte der OB in Richtung des Coburger Kreishandwerksmeisters Jens Beland und dessen Team aus weiteren Ehrenamtlichen wie Michael Klein, Knut von Berg und Rocco Müller.

Wann und wie jetzt eine Modernisierung des BTZ am Hinteren Floßanger erfolgt, ist übrigens noch unklar. Derzeit wird ein sogenanntes Raumprogramm erstellt, das sowohl das Coburger BTZ als auch den geplanten BTZ-Neubau in Bamberg umfasst. Darin soll geregelt werden, wo welche Werkstätten vorgehalten werden sollen. In Coburg ist zum Beispiel die Bauhalle in einem technisch sehr guten Zustand, weshalb sie auch weiterhin das Zentrum für Ausbildungsberufe wie Maurer sowie Beton- und Gerüstbauer bleiben dürfte. Ähnliches gilt für die Maler- und Lackiererwerkstatt.