Das wird ein Augen- und Ohrenschmaus für alle Fans alter, kultiger Autos! Das "Internationale Bugatti-Treffen 2014", das am Montag in München gestartet wurde, führt erstmals auch nach Franken. Am Freitag, 6. Juni, werden etwa 70 historische Raritäten der Automarke von etwa 12 bis zirka 15 Uhr auf dem Coburger Schlossplatz erwartet.

Veranstalter ist der Bugatti-Club Deutschland, der - turnusmäßig alle acht Jahre - dieses Treffen organisiert. Erwartet werden Autos und Fahrer aus vielen europäischen Nachbarstaaten sowie auch aus den USA, Australien, Neuseeland und Japan. Auf dem einwöchigen Programm stehen zahlreiche Ausfahrten in landschaftlich reizvolle Gegenden.

"Der Name Bugatti verkörpert eine wundervolle Motor-Legende", heißt es in einem Begleitschreiben des Clubs.
Grund dafür seien aber nicht nur die großen Rennerfolge gewesen, sondern die "unvergleichlichen Präzision", mit der ein Bugatti verarbeitet war. "Einen Bugatti kaufte man nicht wie ein anderes Auto - man war damit so etwas wie einer Weltanschauung beigetreten, deren Großmeister Ettore Bugatti war. Einen Bugatti fuhr man nicht nur - man musste an ihn glauben."

Nie eine Ausbildung absolviert

Ähnlich wie Harry Miller in Amerika war auch er weniger ein ausgebildeter als ein intuitiver Techniker: Wenn etwas dem Gefühl und Aussehen nach passte, dann passte es auch. Seine Familie, Künstler seit je, wollte aus ihm einen Bildhauer machen. Bugatti wurde auch eine Art Bildhauer, aber ein anderer, als es sich die Familie wohl vorgestellt hatte. Er wurde ein Bildhauer in lebendigem Metall, der Schöpfer schöner, eleganter Automobile.

Eigene Schönheit

Obwohl bei Rennwagen die Funktionalität mit dem Ziel möglichst hoher Geschwindigkeiten an erster Stelle steht, besitzen sie seit je her eine ganz eigene Schönheit. Zu den aufse-henerregendsten Kreationen gehören die Rennwagen von Ettore Bugatti. Sein Meisterwerk war der Bugatti Typ 35. Das auffälligste Merkmal dieses Wagens ist sein Kühler: Der Pferdenarr Bugatti hat seine Form der eines Hufeisens entlehnt. Das Firmenemblem ist eine vollkommene Ellipse.


1909 gründete Bugatti mit Unterstützung gut situierter Freunde sein eigenes "Automobil-Atelier" im damals noch deutschen Molsheim bei Straßburg. Sein erstes Fahrzeug entstand in zwei Holzschuppen. Dieser in Serie gebaute Typ 13 war mit einem 1,3 l Vierzylinder-Motor mit oben liegender Nockenwelle ausgerüstet. Das Fahrzeug war wahlweise mit einem eckigen (noch aus Deutzer Zeit stammend) oder einem ovalen hufeisenförmigen Kühler erhältlich. Mit diesem Hufeisenkühler wurde Bugatti, bedingt durch seine späteren Rennerfolge - zwischen 1924 und 1927 allein 1851 Siege - berühmt. Diese typische Kühlerform ziert auch noch heute als Attrappe die Frontpartie der Bugatti-Entwicklung des VW Konzerns (Veyron).

1934 starb Bugattis Sohn Jean bei einem Autounfall. Sein Tod leitete das Ende der Epoche Bugatti ein. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges kam die Automobilproduktion völlig zum Erliegen. Versuche, die Marke wieder aufleben zu lassen scheiterten und wurden 1956 endgültig aufgegeben. Seit 1998 gehören alle Rechte am Namen dem VW-Konzern. ct