Der Freistaat Bayern hat zwar inzwischen "Grünes Licht" gegeben, um einen Krankenhaus-Neubau in Coburg kräftig zu bezuschussen. Doch eine ganz entscheidende Hürde hat das ehrgeizige Projekt immer noch nicht genommen: Das ehemalige BGS-Gelände, auf dem der Neubau errichtet werden soll, gehört noch immer der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

Am Donnerstag war der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, zu Besuch in Coburg - auf Einladung der Coburger SPD-Bundestagskandidatin Ramona Brehm. Bei einem Rundgang über das ehemalige BGS-Gelände berichtete Alt-OB Norbert Tessmer von den schwierigen Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben: "Die Bima ist kein einfacher Verhandlungspartner!"

Erst "Wumms", dann "Ruck"?

Rolf Mützenich zeigte sich beeindruckt von dem 21 Hektar großen Areal, das weitestgehend brach liegt und seit nunmehr über 20 Jahren auf eine neue Nutzung wartet.

Doch wie kann es gelingen, dass sich die Bima einen "Ruck" gibt und der Stadt Coburg bei den Verhandlungen entgegenkommt? Vielleicht kann ja der Mann helfen, der zuletzt bereits für "Wumms" zuständig war, als es darum ging, die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Denn die Bima als Nachfolgerin der ehemaligen Bundesvermögensverwaltung unterliegt nun einmal der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen.

"Ich kann mich in dieser Angelegenheit gerne an den Bundesfinanzminister wenden", sagte Mützenich - woraufhin Norbert Tessmer und Ramona Brehm natürlich sofort zustimmend nickten.

Das Handwerk soll wieder "sexy" werden

Der Mützenich-Besuch am Donnerstag hatte natürlich mit dem aktuellen Wahlkampf zu tun. Mützenich wollte der SPD-Direktkandidatin Ramona Brehm den Rücken stärken. Was das konkrete Besuchsprogramm betrifft, hatte er sie um zwei Vorschläge gebeten - und Ramona Brehm wählte zwei Orte aus, die mit Themen verbunden sind, die ihr besonders am Herzen liegen. Während es auf dem ehemaligen BGS-Gelände um Pflege/Gesundheit ging, wurde zuvor im Berufs- und Technologiezentrum (BTZ) am Hinteren Floßanger über die Zukunft des Handwerks gesprochen.

Rolf Mützenich und Ramona Brehm waren sich einig in der Bedeutung des Handwerks. Doch wie kann es gelingen, wieder mehr junge Menschen für einen Handwerksberuf zu begeistern? Reinhard Bauer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, sagte, dass sowohl das Handwerk als auch die Rahmenbedingungen einer entsprechenden Ausbildung wieder "sexy" werden müssten. Auch deshalb plane die Handwerkskammer eine Sanierung des BTZ in Coburg und einen BTZ-Neubau in Bamberg. Doch die Bezuschussung durch Bund und Land sei für Ausbildungsmaßnahmen im Handwerk deutlich schlechter als für Universitäten mit ihrer akademischen Ausbildung. Mützenich gab sich nachdenklich. Vielleicht wird er ja Olaf Scholz auch von diesem Teil seines Coburg-Besuchs berichten.