Dass Hans-Heinrich Eidt Hauseigentümer für besonders geglückte Sanierungen alter Gebäude auszeichnet, ist nichts Neues. Der Vorsitzende der Gemeinschaft Stadtbild Coburg kann solche Sanierungen auch gezielt fördern: Weil die Brose-Gesellschafter Michael Stoschek und Christine Volkmann fast drei Millionen Euro zur Verfügung stellten, kann Stadtbild Coburg die Wiederherstellung historischer Gebäude finanziell unterstützen.

Doch für die ehemaligen Wirtschaftsgebäude unterhalb von Schloss Callenberg gab es kein Geld: Die Familie von Sachsen-Coburg und Gotha lehnte diese Unterstützung ab, obwohl sie angeboten wurde. "Andere brauchen das nötiger", sagte Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha kurz und bündig, und sein Sohn, Erbprinz Hubertus, Chef der Herzoglichen Hauptverwaltung, pflichtete bei. Deshalb überreichte Hans-Heinrich Eidt für die zwei wiederhergestellten Gebäude die Medaille "Verdienste um das Coburger Stadtbild", nicht aber die Plakette, die darauf verweist, dass die Sanierung mit Hilfe von Stadtbild aus der Stoschek-Volkmann-Spende erfolgte. Dafür hatte Eidt eine Bildermappe und einen Bildband mitgebracht: Die Mappe enthält Gemälde, die Queen Victoria einst für ihren Gemahl Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha in Auftrag gegeben hatte, das Buch enthält historische Fotografien von Francis Bedford, der 1857 ebenfalls im Auftrag der Queen unterwegs war.


Ökologisch beheizt

Fünf Wohnungen sind in den beiden erhaltenen Gebäuden entstanden, alle sind schon bezogen. Die Sanierung gestaltete sich aufwendiger als gedacht und zog sich über vier Jahre hin, berichtete Erbprinz Hubertus. Vor allem die Innenaufteilung des sogenannten Beamtenhauses bereitete Probleme, weil die Räume sehr klein und schlecht geschnitten waren. Das ehemalige Chauffeurshaus, in dem die Familie von Sachsen-Coburg und Gotha nach dem Zweiten Weltkrieg einige Jahre lebte, stammt aus dem Jahr 1939.

Auch in moderne Infrastruktur wurde investiert: Es mussten neue Versorgungsleitungen und Kanäle gelegt werden; geheizt werden die Gebäude und Schloss Callenberg mit einer Hackschnitzelheizung, die einige Meter entfernt im Erdreich versenkt wurde. Zu sehen ist nur ein kleines oberirdisches Betriebsgebäude, errichtet aus Sandsteinen, die beim Abbruch des Kavaliershauses übrig blieben. Das Fachwerkgebäude gehörte zum Ensemble des Wirtschaftshofes, war aber nicht mehr zu retten, wie Erbprinz Hubertus sagte.

Es sollen nicht die letzten Arbeiten im Bereich von Schloss Callenberg gewesen sein. Ob an der Stelle des abgebrochenen Kavaliershauses etwas Neues entsteht, lässt Erbprinz Hubertus derzeit noch offen. Aber der Bereich um das Schloss herum soll wieder parkähnlichen Charakter erhalten. Prinz Andreas spricht davon, den Rosengarten des Schlosses wieder als solchen herzustellen. Auch die Grünanlagen rund um die sanierten Häuser werden noch bepflanzt. Vorgesehen sind auch zwei Buchen an der Einfahrt.