• Autozulieferer Brose trifft sofortigen Beschluss zu Personalabbau
  • Nach Verlust im Jahr 2021: Coburger Unternehmen mit klarem Ziel
  • Personalkosten müssten "deutlich gesenkt werden"
  • Nachfolge für Michael Stoschek geregelt

Auf der jährlichen Sommersitzung am Samstag, 16. Juli 2022, haben die Gesellschafter, der Beirat und die Geschäftsführung der Brose-Gruppe die komplizierte Lage des Unternehmens besprochen und weitreichende Beschlüsse gefasst. Das geht aus einer Mitteilung des Autozulieferers aus Coburg hervor.

Nachfolge für Stoschek bei Brose geregelt - Unternehmen in "aktuell schwieriger wirtschaftlicher Situation"

Trotz der "aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation" stünden die Gesellschafter "uneingeschränkt hinter dem Unternehmen und seiner Führung und haben die Absicht, Brose auch in Zukunft als selbstständiges Familienunternehmen zu erhalten", heißt es in dem Statement. Man vertraue der Geschäftsführung, "das Unternehmen wieder auf einen wirtschaftlichen Erfolgskurs zu bringen", so der Autozulieferer.

Maximilian Stoschek sei in Berlin als stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender gewählt worden und bereite sich "auf die Nachfolge seines Vaters, Michael Stoschek, als Vertreter der Eigentümer nach innen und nach außen vor". Seit Jahresbeginn 2022 habe man den Umsatz des Gemeinschaftsunternehmens Brose Sitech mit VW festigen können. Der Autozulieferer geht von wachsenden Verkaufserlösen auf insgesamt 7,4 Milliarden Euro aus. "Es bedarf großer Anstrengungen, um nach dem Verlust im Vorjahr 2022 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen", heißt es jedoch.

Gleichzeitig hätten Gesellschafter und Geschäftsführung die "sofortige Beendigung des Personalabbauprogramms" beschlossen. Die Geschäftsführung solle stattdessen nun "eine grundlegende Verbesserung der Ablauf- und Aufbauorganisation in allen Unternehmenseinheiten" durchführen und darauf basierend "Personalveränderungen" durchführen.

"Personalkosten deutlich senken": Brose-Beschäftigte offenbar in großer Sorge wegen Preisexplosionen

Wie genau diese aussehen, solle "unter Berücksichtigung der weiteren Konjunkturentwicklung und dem Personalbedarf aus dem erfreulich hohen Auftragsbestand" entschieden werden, teilt der Konzern mit.

Beschlossene Investitionen für das zweite Halbjahr 2022 in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro seien "ein Zeichen der Zuversicht der Gesellschafter und des Beirats", heißt es. Montageanlagen im europäischen Ausland und in Übersee würden erweitert und Bauvorhaben an den fränkischen Standorten Coburg und Bamberg würden "fortgesetzt beziehungsweise begonnen", so Brose.

Auch bei dem Personal des Autozulieferers herrscht offenbar wegen der explodierenden Lebenshaltungskosten große Sorge. Gleichzeitig müssten die "Personalkosten insgesamt deutlich gesenkt werden", heißt es von Brose. Man habe aber beschlossen, die aktuelle betriebliche Altersversorgung "in den nächsten Jahren fortzusetzen".  

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