In vielen Garagen und Hallen in Oberfranken schlummern wahre Schätzchen an Oldtimern. Für den Kirchweihsonntag in Untersiemau wurden sie dort herausgeholt und präsentiert. Dieses Oldtimer-Treffen in Untersiemau war das erste und stieß auf eine sehr große Resonanz. Organisiert hatte die eindrucksvolle Schau die Kirchweihgemeinschaft.

Über 100 Fahrzeuge, darunter auch alte VW-Busse aus den 60er Jahren mit Klappfenster, besser als Bulli bekannt, sowie einige Traktoren und Motorräder waren von ihren Fahrern aus ganz Oberfranken und Thüringen nach Untersiemau gebracht worden. Darunter waren auch einige Fahrzeuge aus den USA, die von ihren Besitzern nach Deutschland geholt und restauriert worden waren. Sogar ein ehemaliger Polizeibus aus dem Jahr 1987 von der Firma GMC, der in den USA seinen Dienst verrichtet hat, war zu sehen. Thomas Kraus aus Rödental hatte das Fahrzeug nach Deutschland geholt und restauriert.

Große Limousine - große Augen

Bei der großen Mercedes-Stretch-Limousine, die da in Untersiemau stand, wurden auch die Augen groß. Viele Fahrer trugen zur Vervollkommnung ihres Auftritts die Kleidung aus der Zeit, aus der ihr Gefährt stammt. Viele Oldtimer-Freunde erzählten, dass sie sich mit ihren Fahrzeugen einen Kindheitstraum erfüllt hätten. Unzählige Stunden hätten sie ins Restaurieren ihrer Fahrzeuge - natürlich nur mit Originalteilen - gesteckt. Der Platz auf dem Gelände der Firma Winzer reichte für die vielen Fahrzeuge kaum aus. Die Besucher staunten und erfuhren viel über die frühere, oft geniale Technik. Sogar die Jugend war begeistert und durfte bei einigen Fahrzeugen auch mal hinter dem Lenkrad Platz nehmen.

Per Abstimmung wurde das schönste Fahrzeug gewählt. Der Sieger wurden dann am frühen Sonntagabend bekannt gegeben. Deshalb legten viele noch einmal Hand an ihre Fahrzeuge, damit diese glänzten. Eines der ältesten Fahrzeuge dürfte der Studebaker "Erskine" von Detlev Petz aus dem zwei Kilometer entfernten Meschenbach gewesen sein. Petz kam in der passenden Kleidung. Eine weiterer Hingucker war ein BMW 501 aus dem Jahr 1954 , der als Polizeiauto auf dem Platz stand. Das sei das einzige derartige Fahrzeug, das es noch gibt, sagte dessen Besitzer sehr stolz, der aus Bad Kissingen angereist war.

Tagelang Programm

Das bunte Kirchweihtreiben begann schon am Donnerstag mit einem Wirtshaussingen. Am Freitagnachmittag wurde der Vergnügungspark in der Nähe des Rathauses eröffnet. Am Abend kam die Jugend auf ihre Kosten und es wurde eine Zeltdisco mit dem Kult-DJ Cally veranstaltet. Am Samstag stellte die Feuerwehr den schön geschmückten Kirchweihbaum auf dem Festplatz auf. Dabei hatte Bürgermeister Rolf Rosenbauer die Rolle des Pfarrers übernommen, denn er segnete den Baum mit Bier. Ein Bauchredner sorgte im Festzelt bei Groß und Klein für lachende Gesichter. Der Kirchweihsonntag begann mit einem Gottesdienst, bei dem Pfarrer Heinrich Arnold seine Predigt in Gedichtform vortrug. Den Gottesdienst umrahmten die Blechbläser musikalisch. Am frühen Nachmittag beleuchteten die beiden "Dorftratschen" Claudia und Sissi das Dorfgeschehen genaustens. Der Sportverein hatte auf dem Sportplatz einige spannende Fußballspiele zu bieten. In der Turnhalle wurden Tischtennisspiele der Verbandsliga Nord ausgetragen.

Am Montag ist Kirchweihausklang mit dem Hahnenschlag. Diese Tradition wird vom Kleintierzuchtverein auf dem Festplatz ausgerichtet.