Nachsehen, wann die Müllabfuhr das nächste Mal kommt, eine defekte Straßenlaterne melden oder die Briefwahl beantragen - all das sind Dinge, die mit den richtigen Apps in wenigen Sekunden mit dem Smartphone erledigt werden können. Zwei Kommunen haben bereits eine eigene App und auch der Landkreis hat einige Angebote digitalisiert.

Die Weitramsdorf-App gibt es seit März 2021. "In der Vergangenheit wurde bemängelt, dass viele Informationen nicht schnell genug an die Bürger gebracht werden", sagt Anastasia Kleim, die die App gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeitern der Gemeinde und Bürgermeister Andreas Carl (DGN) entwickelt hat. Wenn es beispielsweise um eintägige Straßensperrungen geht, kann die Weitergabe der Information deutlich schneller erfolgen als über das wöchentlich erscheinende Amtsblatt. "Natürlich gibt es auch Überschneidungen, aber das Handy haben viele immer dabei und sehen gleich, wenn was Neues kommt."

In vier Bereiche aufgeteilt

Die App ist in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt. "Unter ,Aktuelles' werden Informationen aus dem Rathaus, wie die genehmigten Niederschriften aus der letzten Gemeinderatssitzung und die Coronazahlen veröffentlicht", sagt die Mitarbeiterin der Gemeinde. Unter der Rubrik "Termine" sind anstehende Feste, Gemeinderatssitzungen oder Jahreshauptversammlungen von Vereinen gelistet. Unter "Ihre Anliegen" können Nutzer ein Feedback für die App geben, Schäden melden oder Veranstaltungen anmelden. Unter dem Punkt "Mehr" finden Nutzer Links auf die Website der Gemeinde. "Hier kann man unter anderem den richtigen Ansprechpartner im Mitarbeiterverzeichnis der Gemeinde suchen."

Bislang wird die App in der Gemeinde Weitramsdorf gut angenommen. "Alleine in diesem Jahr wurde sie schon 73 Mal heruntergeladen. Im letzten Jahr waren es seit dem Start der App im März 1403 Downloads", sagt Anastasia Kleim. Seit die App verfügbar ist, wurde sie insgesamt 230 943 Mal geöffnet, im laufenden Jahr waren es 27 558 Mal. "Mittlerweile wird unsere Website in 95 Prozent aller Fälle über die App aufgerufen."

Wie die Gemeinde Weitramsdorf, hat auch die Gemeinde Sonnefeld eine eigene App. "Die App gibt es seit 2019. Das komplette Rathaus-Serviceportal ist integriert", sagt Louis Kappenberger, der für die IT der Gemeinde Sonnefeld zuständig ist. Unter anderem können Nutzer über die App Briefwahl beantragen, Hunde an- und abmelden oder Mängel im Gemeindegebiet melden. Durch die App kann die Gemeinde Mitteilungen auf die Handys der Nutzer senden. "Wenn zum Beispiel eine Sturmwarnung vorliegt, können wir die Bürger gleich informieren - wir haben uns bewusst dafür entschieden, nur die wichtigen Meldungen zu schicken."

Deutlich komfortablere Nutzung

Dafür, die App einzuführen, gab es mehrere Gründe. Zum einen verfügt die App über die gleichen Inhalte wie die Website. Die Nutzung sei allerdings wesentlich komfortabler. "In 80 bis 90 Prozent der Fälle kommen die Nutzer mit dem Handy auf unsere Website. Durch die App wollen wir mit der Zeit gehen", sagt Louis Kappenberger. Zum anderen sollen die Bürger durch die App dazu motiviert werden, die Online-Dienste mehr zu nutzen. "Mittlerweile sind viele Vorgänge digitalisiert." Bislang wurde die Sonnefeld-App 430 Mal installiert.

Ein Service, der in beiden Gemeinde Apps integriert ist, für den es aber eine eigene App gibt, ist der Kalender der Müllabfuhr. Zuständig für die Abfall-App ist das Landratsamt. Die App nutzen derzeit 9195 Personen, 2493 davon erhalten Push-Nachrichten. Von den Anwendern werden beim ersten Öffnen der App der Wohnort, der Ortsteil und gegebenenfalls die Straße abgefragt. Wenn die App erneut geöffnet wird, sind die Abfuhrtermine für die gelbe, grüne und graue Tonne sowie die Daten zur Problemmüllsammlung sofort einsehbar. Die App beinhaltet außerdem eine Übersicht der Grüngut-Abladeplätze, Glascontainerstandorte und Wertstoffhöfe. Über die Abfall-App kann neben den Push-Nachrichten auch ein Erinnerungsservice per E-Mail abonniert werden.

Ferienpass auf dem Smartphone

Eine weitere App, für die sich der Landkreis die Verantwortung mit der Stadt Coburg teilt, ist die Ferienpass-App. "Nach Beantragung des Passes können die Jugendlichen einen Code scannen und es erscheint der Ferienpass auf dem Handy zum Vorzeigen der Akzeptanzstellen", teilt das Landratsamt mit. Die App beinhaltet außerdem eine gefilterte Auflistung der Angebote, die mit dem Pass wahrgenommen werden können. "Auch bietet die Ferienpass-App mit einem QR-Code die Möglichkeit für die Angebotspartner, die Echtheit des Passes zu überprüfen oder zum Beispiel eine Eintrittskontrolle mit Besucherprüfung durchzuführen." Die App gibt es seit dem vergangenen Sommer.