Es war ein traumhafter, milder Sommerabend. Mit Lichtern in den Fenstern und farblich angestrahlt bildete die Fassade des Jagdschlosses einen geschmackvollen Blickfang für das Auge, während die Ohren mit Perlen der gehobenen Unterhaltungsmusik verwöhnt wurden. Es spielte ein Trio aus dem Orchester der Coburger Sommeroperette mit Gyula Mezei (Violine), Zsolt Hosszú (Klavier) und Peter Nagy (Bass), das mit professionellem Können einen vorzüglichen Eindruck hinterließ.
Gyula Mezei, der mit trockenem Humor durch das Programm führte, beeindruckte als Geiger mit sauberem, expressivem Ton und virtuoser Technik. Ihm zur Seite stand der fingerfertige, als Solist und Begleiter versierte Pianist Zsolt Hosszú, der auch als Komponist und Arrangeur Beachtliches zeigte.
Peter Nagy am Bass war streichend oder zupfend eine zuverlässige Stütze.


Tango, Tango

Schwungvoll begann die reichhaltige Vortragsfolge mit dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms, dem sich zwei Kompositionen von Astor Piazzolla , das träumerische "Oblivion" und der temperamentvolle "Libertango", anschlossen. Die Filmmusik zu "Cinema Paradiso" schrieben Ennio und sein Sohn Andrea Morricone. Man hörte die Hauptmelodie in einer ausdrucksvollen Bearbeitung von Zsolt Hosszú. Das ausgesprochene Bravourstück "Flieg meine Schwalbe" von Ede Reményi spielte Gyula Mezei mitreißend.
Welch begabter Komponist Zsolt Hosszú ist, zeigte er mit einem Tango "Per te", der einem Piazzolla in nichts nach stand. Auch das den ersten Teil abschließende "Budapest Potpouri" mit echt ungarischem "Paprika" stammte aus seiner Feder.
Gefühlvoll und virtuos ging es auch nach der Pause weiter. Da gab es ein russisches wie ein rumänisches Potpourri, den expressiven Ohrwurm "Salut D'amour" von Edward Elgar, den weltweit bekannten Tango "Jalousie" von Jacob Gade und schließlich eine ausgedehnte Improvisation über "Du schwarzer Zigeuner", wo der Pianist kurzzeitig zur Gitarre wechselte.
Einen besinnlichen Ausflug zum Jazz gab es mit "Misty" von Erroll Garner, bevor eine hochvirtuose Jazzversion von Zsolt Hosszú über "Tulpen aus Amsterdam" mit Bass erklang. Der Abschluss war dem Geiger Gyula Mezei mit zwei bekannten Virtuosenstücken vorbehalten, die er überlegen meisterte: "Czardas" von Vittorio Monti und "Die Lerche" von Grigorias Dinicu, die er in den höchsten Tönen zwitschern ließ.
Es gab begeisterten Beifall und den Ruf nach Zugaben, der mit zwei deutschen und ungarischen Schlagerpotpourris besänftigt wurde. Ein gelungener Konzertabend auf hohem Niveau ging damit zu Ende.