"Auf den Dingern hab ich schon als Kind gespielt", sagt Patricia Pluta und deutet lachend auf ein Foto. Es zeigt die alten Spielgeräte auf dem Gelände der Sportvereinigung (Spvg) Wüstenahorn. Eine Rutsche, eine Schaukel, ein Kletterbogen - alles aus Metall und schon ziemlich verwittert. 1985 seien diese Geräte aufgestellt worden, erzählt Patricia Pluta. Und nach 30 Jahren, so finden sie und ihre Freundin Nina Forkel, sei es höchste Zeit für etwas Neues.
Allerdings, so geben die beiden tatkräftigen jungen Frauen jetzt nach gut eineinhalb Monaten unumwunden zu, haben sie sich das ganze wohl ein wenig zu leicht vorgestellt. "Wir dachten, wir sammeln ein bisschen Spenden und stellen dann ein neues Gerät auf, das war's", berichtet Patricia Pluta im Gespräch mit dem Tageblatt und schüttelt lachend den Kopf. 500 Euro, so meinten die beiden, sollten für ihre Pläne eigentlich ausreichen.
Udo Bauer, der Vorsitzende der Sportvereinigung, fand die Idee "super" und segnete das Vorhaben entsprechend gern ab.

Auch Kleinvieh zählt!

Die jungen Frauen entwarfen also ein Plakat und stellten bei den Veranstaltungen auf dem Sportgelände ein Sparschwein für Spenden auf. Ein bisschen was kam auf diese Weise auch schon zusammen. "Für uns zählt jeder Euro - wir freuen uns auch über Kleinvieh", betonen sie.
Doch je konkreter das Projekt wurde, "desto mehr ist uns die Kinnlade nach unten gefallen", erzählt Patricia Pluta. Schließlich gibt es da so einiges an Sicherheitsbestimmungen und Vorgaben, die bei der Anlage eines Spielplatzes zu beachten sind - und die meisten sind selbstverständlich mit Kosten verbunden. Daneben türmten sich auch noch die Überreste des alten Spielplatzes auf, die fachmännisch entsorgt werden mussten.
"Dass sich das ganze letztlich um gut 2500 Euro steigert, konnten wir kaum glauben", sagt Nina Forkel. "Wir haben sogar schon überlegt, es sein zu lassen und die Spenden aus dem Sparschwein wieder zurückzugeben", erzählt Patricia Pluta. Doch eigentlich seien sie beide nicht der Typ zum Aufgeben. Außerdem hatten sie den neuen Spielplatz praktisch versprochen und dieses Versprechen wollen sie nun auch halten.

Erste Erfolge schon sichtbar

Dass sie sich nicht entmutigen ließen, ist zum Teil auch Nina Forkels Vater Thomas zu verdanken, der einen eigenen Garten- und Landschaftsbaubetrieb führt. Er bot seinen Mini-Bagger an und half beim Ausheben des alten Untergrundes.
Aus dem Verein packt noch ein "zuverlässiger Stamm an Mitgliedern" an, wo es für die beiden Frauen zu schwer wird. "Sie stehen wirklich für jeden Einsatz parat!" Und so sind die alten Geräte inzwischen abgebaut, der Boden vom Unkraut befreit und ein Teil der rund 200 Quadratmeter großen Ecke auch schon mit Rindenmulch aufgefüllt. Und wenn sich - wie die beiden Ini tiatorinnen hoffen - genügend Spender finden, tollen dort demnächst 15 bis 20 Kinder herum... auf einem nagelneuen Multi-Spielgerät mit Rutsche, Schaukel und Kletterturm.

Unterstützer gesucht!

Wer Patricia Pluta und Nina Forkel bei ihrem Projekt unterstützen will, kann entweder spenden (auf das Konto der Sportvereinigung Wüstenahorn, Stichwort: "Spielplatz", IBAN DE72 7835 0000 0092 0130 69, Sparkasse Coburg-Lichtenfels) oder mit Patricia Pluta telefonisch Kontakt aufnehmen unter 0171/5100644 (ab 18 Uhr).