Die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung für die Stammgemeinde und ihre Ortsteile ist für Bürgermeister Michael Keilich (CSU) eine vordringliche Zukunftsaufgabe. Für das mit Investitionen in Millionenhöhe verbundene Projekt (Keilich: "Eine wahnsinnige Summe") kann er sich der Unterstützung aller drei Gemeinderatsfraktionen sicher sein und damit dem Wunsch der Beibehaltung der Eigenversorgung entsprechen.

Während der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Mittwochabend im Sitzungssaal des Rathauses präsentierte Jürgen Kittner (vom gleichnamigen Sonnefelder Ingenieurbüro) mögliche Varianten zur Realisierung der Mammutaufgabe unter dem Dach der kommunalen Gemeindewerke. Die Versorgung steht dabei im Vordergrund. Dieses Ziel, so der Planer, sei mit Planungsvariante 2.2 zu erreichen. Sie sieht eine verstärkte Entnahme aus dem Tiefbrunnen Wörlsdorf (116.000 Kubikmeter) vor und schließt den Neubau eines Hochbehälters im topografisch höher gelegenen Bereich Gestungshausen mit zusätzlicher Aufbereitungsanlage ein. Aus Gründen der Qualitätssicherung soll das Wasser aus den beiden Sonnefelder Tiefbrunnen gemischt werden, ohne dass zusätzliche kostenaufwendige Maßnahmen wie Druckerhöhungsanlagen notwendig werden.


Über eine Verbindungsleitung

Über eine Verbindungsleitung will der Planer eine Anbindung aller Sonnefelder Ortsteile erreichen. Zu der Variante gehört, dass die Ortsteile Bieberbach, Weickenbach und Zedersdorf aus dem Hochbehälter Burkhardsberg der Gemeinde Ebersdorf (30.000 Kubikmeter pro Jahr) bedient werden und Oberwasungen weiterhin bei 6000 Kubikmetern über die Stadt Neustadt angeschlossen bleibt. Die aktuell 177.000 Kubikmeter Eigenwasserförderung aus den Tiefbrunnen Sonnefeld 2 und 3 wird in der Statistik durch knapp 50.000 Kubikmeter Bezug über die FWO für die Stammgemeinde ergänzt. Firmelsdorf, Gestungshausen und Weischau schlagen mit rund 50.000 sowie Hassenberg/Wörlsdorf mit weiteren 30.000 Kubikmetern Verbrauch zu Buche. Bemängelt wurde bei der Sitzung die mehr als 40-prozentige Verlustquote bei der Versorgung des Gemeindeteils Neuses am Brand aus Schneckenlohe.

Im Gemeinderat gab es Bedenken, ob ein derartig hohes Wasserangebot seitens der FWO kurzfristig zur Verfügung gestellt werden könnte. Überlegungen, das Versorgungsunternehmen aus der Ködeltalsperre mit einzubeziehen, wurden jedoch schnell wieder verworfen. Im Übrigen befürworteten die Fraktionssprecher unisono - nicht zuletzt mit Blick auf Wasserqualität und künftigen Abgabepreis - den Erhalt der von Michael Fischer (SPD) nachdrücklich unterstrichenen hochwertigen Eigenversorgung.


Der Gemeinderat ist von der Planung beeindruckt

Der Planer kommt abschließend zu folgendem Ergebnis: "Mit dem nach der Ertüchtigung der Anlage Wörlsdorf vorhandenen Wasserangebot und neuem Hochbehälter Gestungshausen können alle Ortsteile in qualitativer und quantitativer Hinsicht ausreichend und sicher versorgt werden." Damit beeindruckte er das Gremium nachdrücklich. Kittner schätzte die Kosten dafür grob auf drei Millionen Euro; hinzu kämen Nebenkosten wie Grunderwerb und Honorarforderungen.

Das Rechnungsjahr 2017 sollte nach Meinung des Gemeinderats für die detaillierte Planausarbeitung genutzt werden. Die Ausschreibung sollte im Frühjahr 2018 erfolgen. 2019/2020 nannte Keilich als durchaus möglichen Termin zur Realisierung. Finanzierungvorschläge erwartet der Bürgermeister aus den Fraktionen. Kämmerer Heiko Lech verwies darauf, dass die Möglichkeiten, Kredite aufzunehmen, begrenzt seien. Deshalb sollten sich die Bürger aller Gemeindeteile schon jetzt auf erhebliche Mehrbelastungen einstellen. Details zu möglichen Gebührenanpassungen oder einer Erhebung von Beiträgen sind bis zur Aprilsitzung des Gemeinderats zu erwarten, bei der auch das Haushaltswerk beraten und beschlossen werden soll.

Ausschussvorsitzender Günter Engel berichtete dem Gemeinderat von der örtlichen Rechnungsprüfung für das Haushaltsjahr 2015. Eine Reihe festgestellter Auffälligkeiten und Verbesserungsvorschläge nahmen die Räte zur Kenntnis.