Nur wenige Wochen nach den Grundsatzbeschlüssen zu den großen Investitionsmaßnahmen in der Gemeinde Ahorn gab der Gemeinderat am Dienstagabend sein einstimmiges Votum zum Haushalt 2017. Bei einem Gesamtvolumen von 11,4 Millionen Euro sprach Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) von einem außergewöhnlichen Schritt in die Zukunft, der Visionen und Mut erfordert habe. Ein sorgsames Wirtschaften in den vergangenen Jahren habe dafür den Rücken frei gemacht, um die strategischen Projekte anzugehen.

Für die Sanierung des Freizeitzentrums Witzmannsberg und die Errichtung einer Kulturhalle, für das Lehrschwimmbecken, die Sanierung des Schusterbaus und die Fortsetzung der Generalsanierung der Grundschule steht nunmehr ein immenses Investitionsvolumen an. Insgesamt 3,5 Millionen Euro beinhaltet der Haushaltsplan dafür, davon werden 2,4 Millionen Euro als Zuschüsse erwartet. Die Kreditsumme in Höhe von rund 940.000 Euro, so Finzel, liege dabei unter den Vorstellungen in den Grundsatzbeschlüssen. Weitere 400.000 Euro sollen im kommenden Jahr nochmals als Kredit aufgenommen werden.

Aber der ehrgeizigen Ziele nicht genug, im Haushaltsplan finden sich überdies große Straßenbau- und Infrastrukturmaßnahmen, wie der Bau der Verbindungsstraße nach Finkenau, der Bau der Verbindungsstraße von der B 303 zur Alten Schäferei nebst Untertunnelung, der Ausbau der Bergstraße in Triebsdorf. Darüber hinaus wird in den Brandschutz investiert, in die Erschließung des Baugebietes Stangenäcker, in die Modernisierung des Rathauses und in die Erneuerung von Sozialwohnungen, in Spielplätze, in den Breitbandausbau und nicht zuletzt auch in den Bauhof.


Die Steuereinnahmen bilden eine gute Basis

Der Verwaltungshaushalt liegt ausgeglichen in Einnahmen und Ausgaben bei 6,9 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt bei rund 4,5 Millionen Euro. Eine gute Basis sind die Steuereinnahmen, die zum Vorjahr um 800.000 Euro höher liegen. Aus dem Verwaltungshaushalt können 651.500 Euro in den Vermögenshaushalt transferiert werden. Der Schuldenstand der Gemeinde steigt zum Ende des Jahres auf 1,26 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 302 Euro entspricht und immer noch weit unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen in Bayern, der 678 Euro beträgt, liegt.

Von einem Rekordhaushalt sprach Udo Bohl, Fraktionssprecher CSU/Bürgerverein, in der Stellungnahme der Fraktion. Trotz der ehrgeizigen Projekte würden die lang ersehnte Straße nach Finkenau ausgebaut und weitere Maßnahmen in Angriff genommen, sagte Bohl anerkennend. Immer ein Auge auf die Kosten zu halten, mahnte Bohl in gewohnter Manier, erklärte aber auch, dass hier in die Lebensqualität der Bürger investiert werde. Der Haushalt werde viel bewegen, erklärte Hubert Becker, Fraktion SPD, Freie Wähler, Grüne, und das Zahlenwerk beinhalte soziale Aspekte, strategische Elemente und zukunftsweisende Projekte gleichermaßen. Und noch eines betonte Becker ausdrücklich: Die Ortsteile der Gemeinde werden gemeinsam und gerecht entwickelt. Dabei sei die Finanzierung solide und die Umsetzung realisierbar.

Die Zukunft gehöre den Menschen, die sie verändern, sagte Finzel, und die großen Entscheidungen der Gemeinde seien mit diesem Haushalt auf einen guten Weg gebracht.