Annett Dingethal wurde am Donnerstag als neues Stadtratsmitglied vereidigt. Die 50-Jährige rückt auf der AfD-Liste nach, nachdem ihr Parteifreund Axel Wehrmeister sein Mandat niederlegt hat.

Um diese Personalie hatte es in der Dezember-Sitzung viel Wirbel gegeben, denn eine Mehrheit des Stadtrats lehnte das Nachrücken von Dingethal ab. Auf Antrag von "Pro Coburg" sollte damit ein Zeichen gegen die "nicht demokratische AfD" gesetzt werden. Aber: Diese Ablehnung war rechtswidrig, wie die Regierung von Oberfranken feststellte, nachdem OB Dominik Sauerteig (SPD) um Prüfung des Vorgangs gebeten hatte.

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So musste jetzt erneut über das Nachrücken abgestimmt werden. Matthias Schmidt-Curio (Pro Coburg) wunderte sich: "Wie kann es sein, dass wir über etwas abstimmen dürfen, wobei aber eine der beiden Abstimmungsmöglichkeiten rechtswidrig ist?" Der OB verwies auf den Gesetzgeber, der das so geregelt habe.

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Die Abstimmung endete am Donnerstag mit 34:4 für ein Nachrücken von Annett Dingethal; die Gegenstimmen kamen alle aus der Grünen-Fraktion.

Nach der Vereidigung sagte Sauerteig noch einen sehr hintersinnigen Satz zur neuen Stadträtin: "Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Mitgestaltung eines toleranten und menschlichen Coburgs."

Annett Dingethal ist politisch bislang noch nicht größer in Erscheinung getreten. Sie ist aber die Lebensgefährtin des Coburger AfD-Landtagsabgeordneten Martin Böhm, der innerhalb der ohnehin als rechtspopulistisch geltenden Partei auch noch dem eher rechten Flügel zugeordnet wird.