Sie sind seit acht Monaten ein Paar, lieben sich und die Mutter des Mädchens toleriert die Beziehung: Trotzdem musste sich ein heute 25-Jähriger aus dem Landkreis Coburg wegen schweren sexuellen Missbrauchs am Dienstag vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Laut Paragraf 176 des Strafgesetzbuches sind sexuelle Handlungen an einer Person unter 14 Jahren grundsätzlich verboten.

Im vorliegenden Fall war das Mädchen, das der Mann vor eineinhalb Jahren in einem Jugendtreff kennengelernt hatte, erst 13 Jahre alt. Im Juni vergangenen Jahres kam es in seiner Wohnung zum Geschlechtsverkehr zwischen dem damals 24-jährigen verheirateten Arbeiter und der jungen Frau. Dies räumte der Mann vor Gericht auch ein. Allerdings seien die Handlungen einvernehmlich gewesen, sagte er aus.

Das Mädchen habe kurz vor ihrem 14. Geburtstag gestanden, als es passiert sei. Inzwischen seien die beiden seit rund acht Monaten liiert.
"Auch die Mutter steht hinter uns", sagte der Mann.


Gemeinsame Zukunft geplant

"Ich bin mit ihr sehr glücklich und ich hoffe, dass es ein gutes und zufriedenes Leben wird", sagte er zudem auf Nachfrage von Richterin Susanne Hinz, wie er sich die Zukunft mit dem Mädchen vorstelle. Von seiner Frau lebe er getrennt, erläuterte er, und wolle sich scheiden lassen.

Im Wesentlichen bestätigte die junge Zeugin, die in Anwesenheit ihrer Mutter und unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen wurde, die Aussagen des Mannes. Staatsanwalt Michael Imhof würdigte die Umstände der Tat: Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern sei einer der schwerwiegendsten Rechtstatbestände, die die Justiz kenne, betonte er. In seinem Plädoyer sagte er allerdings auch: "Es war einvernehmlich, er hat sie nicht überredet, es war auch kein einmaliger Ausrutscher und die beiden sind immer noch zusammen."

Deshalb ging Imhof von einem minderschweren Fall aus. Er forderte eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten zur Bewährung sowie eine Geldauflage in Höhe von 500 Euro für einen gemeinnützigen Zweck.
"Sie haben ein bisschen tief in die Tasche gegriffen", sagte dazu der Verteidiger des Angeklagten und plädierte, das Urteil auf ein Jahr zur Bewährung auszusetzen. Imhoff stimmte allerdings mit den Beobachtungen des Staatsanwaltes überein: Beide erklärten, dass die junge Frau einen reifen Eindruck mache, während der Angeklagte mit seinen 25 Jahren noch recht kindlich wirke. "Sie hat einen Persönlichkeitsvorsprung", sagte der Verteidiger.


Minderschwerer Fall

Das Mädchen habe die Einvernehmlichkeit bestätigt, erklärte auch die Richterin bei der Urteilsverkündung. Aus diesem Grund handele es sich um einen minderschweren Fall, der mit einem Jahr und sechs Monaten zur Bewährung und einer Geldstrafe von 500 Euro geahndet werde. Da der junge Mann auch nicht vorbestraft sei, gehe sie davon aus, dass "das nicht mehr vorkommt." Allerdings kritisierte sie die Äußerungen von der "Reife" der jungen Frau: "Ich mag es nicht, wenn man von ,äußerlich schon stark entwickelt‘ spricht", sagte sie, "weil man die innere Reife betrachten muss."

Geschlechtsverkehr mit Kindern unter 14 Jahren sei grundsätzlich strafbar, erklärte Hinz, "schon allein um Jugendliche vor übereilten Handlungen zu schützen." Das Urteil ist rechtskräftig.