Medienberichten zufolge war am Sonntag (15. Januar 2023) beim Basketball-Bundesligaverein Medi Bayreuth eine E-Mail eingegangen, die derart bedrohliche Formulierungen enthielt, dass der Verein rechtliche Schritte einleiten will. Der Verein befindet sich derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz und ist mit nur 3 Siegen bei 15 Spielen abstiegsbedroht.

Die Mail habe sich auf die Niederlage von Medi Bayreuth gegen MLP Academics Heidelberg bezogen. Ein Sprecher des Vereins, Sven Ammon, erklärte gegenüber dem BR, dass sachliche Kritik der Spielerleistung durchaus angebracht sei. In Hinblick auf die derzeitige Situation und die Häufung von Niederlagen seien Spieler und Verantwortliche von Medi Bayreuth nicht zufrieden. Die Hass-Mail ist allerdings so beleidigend, dass sie alles andere als sachliche Kritik ist.

Droh-Mail an Medi Bayreuth: Dokument ging zur Prüfung an Juristen

In der Mail heißt es wohl, dass die Spieler des Vereins entweder "elendig an Krebs verrecken" oder "bei einer Auswärtsfahrt verunglücken und im Bus verbrennen" sollten. Anfeindungen auf diesem Niveau habe es dem Vereinssprecher zufolge noch nie gegeben.

Es sei zwar immer wieder vorgekommen, dass Nutzer*innen der sozialen Netzwerke nach Niederlagen des Vereins schlimme Kommentare hinterlassen hätten, allerdings fühlte sich von diesen Aussagen niemand ernsthaft bedroht. Besonders Basketball-Fans aus dem Ausland, die mit Geld bei Sportwetten auf Medi Bayreuth gesetzt hatten, ließen ihrer Wut über das verlorene Geld freien Lauf.

Die jüngste Hass-Mail könne aber durchaus als Drohung gegen die Spieler und den Verein gedeutet werden und sei deshalb an einen Juristen übergeben worden. Die Polizei wurde auf Nachfrage des BR noch nicht mit diesem Fall betraut. Die Existenz der Mail sei auf dem Neujahrsempfang von Medi Bayreuth am Montag (16. Januar 2023) bekannt geworden. Vor dem BR hat der Nordbayerische Kurier über diesen Fall berichtet.