Marco Schreck hatte am vergangenen Wochenende einen ganz besonderen Arbeitsplatz, nämlich neben der Parkbühne bei Rock im Park 2015.

Gemeinsam mit seinem zehnköpfigen Team vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) aus Hollfeld hatte er links neben der Stage Wachdienst. Die ehrenamtlichen Sanitäter um Schreck und seinen stellvertretenden Bereitschaftsleiter Andreas Görl im Alter zwischen 20 und 26 Jahren behandelten dort Festivalpatienten. Dabei hatten sie in ihren Zwölfstundenschichten genug zu tun: Von Verletzungen, über Zusammenbrüche, bis hin zu viel Alkohol reichten ihre Einsätze. "Wenn eine Masse an Menschen auf einem Platz zusammen ist, dann erhöht das einfach das Potenzial, dass etwas passiert", kann Schreck aus seiner Erfahrung berichten.

RIP 2015: So erlebten die Hollfelder Retter Rock im Park

Insgesamt gab es dieses Jahr mehr Einsätze für die RIP-Retter. Das berichtet Rettungskräfte-Leiter Thomas Bumiller auf der Pressekonferenz zu Rock im Park. Er führte es auf die Hitze zurück.

Ob es auch an der Parkstage mehr Patienten gab, dazu hat der Hollfelder Schreck keine Zahlen. Aber dass Sonne und Temperaturen den Festivalbesuchern zusetzten, sei auch dort aufgefallen. Häufig wurden sie von den Securities oder von anderen Rockfans gerufen worden, weil jemand vor der Bühne zusammengebrochen war. "Viele waren einfach zehn Stunden in der Sonne und haben dann zu wenig getrunken als sie in dieser Situation eigentlich müssten", erklärt der ehrenamtliche Helfer. Wer einen Hitzeschlag erleidet, hat meist überhitzte Haut. "Fast wie Fieber", beschreibt es Schreck. Doch wenn man den Patienten dann aus der Sonne bringe, er zwei bis drei Liter Wasser trinke, seien Schwindel, Kraftlosigkeit häufig bereits nach einer halben Stunden wieder verschwunden.

Doch nicht nur die Sonne und ihre Auswirkungen hielten die Hollfelder auf Trab, die jungen Sanitäter waren auch am Samstagabend bei der Gewitter-Evakuierung dabei. An diesem Tag mussten die Ehrenamtlichen ihre Zwölfstundenschicht verlängern. Gerade in einer solchen Situation werden die Rettungskräfte gebraucht, berichtet Schreck, da sie die Gefahr von Verletzungen erhöhe. Zudem war noch nicht klar, wie sich das Unwetter auswirken würde.

Rock im Park 2015: Danach brauchen die Helfer erst einmal Urlaub

Das hört sich nicht nur anstrengend an, das war es auch, versichert der Breitschaftsleiter. "Danach haben wir alle erst einmal zwei Tage Urlaub gebraucht." Doch trotzdem sind die Retter aus dem Landkreis Bayreuth, die in ihrer Freizeit bei Rock im Park Dienst schoben, alle begeistert. "Die Resonanz war ganz klar: Da möchten wieder hin!", sagt Schreck.

Zumal es ja auch neben dem Versorgen der RIP-Besucher einiges zu sehen gab: Nämlich die Künstler bei Rock im Park. Das Sanitätszelt der Hollfelder stand im Backstagebereich der Parkbühne. Klar, dass man da auch den ein oder anderen Star trifft und ein Foto mit ihm macht - wie zum Beispiel Campino von den Toten Hosen oder Marteria alias Marsimoto. Und die Musik konnten die jungen Helfer natürlich auch aus nächster Nähe hören. Der Arbeitsplatz am vergangenen Wochenende war eben ein ganz besonderer.