Anklageerhebung gegen Ex-Vorstand der Raiffeisenbank Emtmannsberg: Die zuständige Staatsanwaltschaft Hof hat im Ermittlungsverfahren wegen Untreue zum Nachteil der Raiffeisenbank in Emtmannsberg, einer Gemeinde südöstlich von Bayreuth, am 27. Januar 2021 Anklage gegen ein früheres Vorstandsmitglied der Bank und dessen 46-jährigen Bekannten erhoben. Das geht aus einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft am Dienstag (23. Februar 2021) hervor.

Der Staatsanwaltsschaft zufolge soll der 51-Jährige seit mindestens Anfang 2015 seine Stellung als Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank in Emtmannsberg  dazu ausgenutzt haben, um sich wiederholt unberechtigt Gelder der Bank zu eigenen Zwecken zu entnehmen.

Emtmannsberg: Ex-Raiffeisenbank-Vorstand veruntreut Bankengelder über mehrere Jahre hinweg 

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen zweigte er bis zu seiner Festnahme am 14. Juni 2019 aus den Bankbeständen durch Kassenentnahmen und Falschbuchungen insgesamt 1.761.400 Euro ab, die er größtenteils zur Finanzierung zweier Immobilien und seiner Lebenshaltungskosten verwendete.

Einen Teilbetrag der veruntreuten Gelder in Höhe von insgesamt 224.900 Euro gab er an seinen Bekannten, einen Geschäftsmann aus Bayreuth, weiter. Dieser hatte einen erheblichen Finanzbedarf.

Die Staatsanwaltschaft Hof hat gegen das ehemalige Vorstandsmitglied wegen Untreuehandlungen in 38 tatmehrheitlichen Fällen und gegen den Geschäftsmann wegen vorsätzlicher Geldwäsche in sechs tatmehrheitlichen Fällen Anklage zum Landgericht Hof (4. Strafkammer als Wirtschaftsstrafkammer) erhoben.

Auch im "Bamberger Bonus-Skandal" ermitteln die Wirtschaftsexperten der Staatsanwaltschaft Hof wegen des Verdachts der Untreue.