Kein Frankenlied. Die Städtische Blaskapelle Bayreuth hat es eher mit den symphonischen Stücken - und so steht Bayerns Landesvater Horst Seehofer Sonntagnachmittag beim "Tag der Franken" auf dem Marktplatz von Bayreuth ohne die Hymne der Gastgeber da. Macht nix, dirigiert er eben einen Marsch. Und zieht nach Rückgabe des Taktstocks den Vergleich: "Das Blasorchester ist wie das bayerische Kabinett: Ich kann dirigieren, was ich will - die spielen ja doch, was woll'n."

Franken können stur sein. Seehofer nennt es "beharrlich". Und er lobt die Dynamik in Sachen Wirtschaftsentwicklung gerade in Oberfranken. "Franken ist ein starkes Stück Bayern", sagt er. Er fühle sich hier "fast schon wie im Vorhof zum Paradies". Aber politisch? Eher Feigen- statt Ruhmesblatt. Am Rande der Bedeutungslosigkeit, wie es ein Bürger auf einem Schild und mit simpler Rechnung vor sich herträgt: null Landesminister aus Oberfranken.