Die Bayreuther Festspiele 2020 werden nicht stattfinden. Das gab das Pressebüro der Veranstalter am Dienstagabend (31. März 2020) offiziell bekannt: "Angesichts der bereits jetzt eingetretenen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Betrieb [...] bedauern die Geschäftsführung und die Gesellschafter [...], dass die Bayreuther Festspiele 2020 im kommenden Sommer ausgesetzt werden müssen." Somit werden in diesem Jahr keine Prominenten, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, über den roten Teppich vor dem Festspielhaus laufen.

Die Absage der Bayreuther Festspiele wegen der Corona-Krise sorgt für hohe finanzielle Verluste. Für Hotellerie, Gastronomie und den Einzelhandel sei ein „erheblicher wirtschaftlicher Schaden zu befürchten“, teilte Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (BG) am Mittwoch (1. April 2020) mit. Die Festspielzeit stelle „eine Art sechswöchige Sonderkonjunktur“ dar, die nun schmerzlich fehlen werde.

Nach Absage: Bayreuther Festspiele planen für die kommenden Jahre

Die Bayreuther Festspiele äußerten sich nicht zu den Verlusten. Bis auf Weiteres sei man mit der Spielzeitgestaltung für die nächsten Jahre und Vertragsangelegenheiten sehr beschäftigt, hieß es. Über die Gage und die Spielzeit im nächsten Jahr müsse mit jedem Künstler nun einzeln verhandelt werden, erklärte Georg Freiherr von Waldenfels. Er ist Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde Bayreuths, einer von vier Gesellschaftern der Bayreuther Festspiele GmbH.

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Die bereits verkauften Karten für das Jahr 2020 bleiben für die Festspiele im Jahr 2021 gültig. Das Kartenbüro will in den kommenden Wochen weitere Informationen für Kartenkäufer bereitstellen. Der bayerische Kunstminister Bernd Sibler (CSU) bedauerte die Absage: "Als begeisterter Anhänger der Bayreuther Festspiele und der ausdrucksstarken Musik Richard Wagners bedauere ich es sehr, dass wir dieses Jahr nicht in den Genuss der Aufführungen auf dem Grünen Hügel kommen", sagte er.

Die nachfolgenden Festspieljahrgänge müssen nun umdisponiert werden. Die für diese Saison geplante Neuproduktion "Der Ring des Nibelungen" könne voraussichtlich erst im Jahr 2022 Premiere feiern.

Festspiele 2021: Neuproduktion "Der fliegende Holländer"

Nächstes Jahr würden neben der vorgesehenen Neuproduktion "Der fliegende Holländer" die Wiederaufnahmen "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg", "Die Meistersinger von Nürnberg" und "Lohengrin" aufgeführt. Außerdem stünden dann drei Konzerte von "Die Walküre" auf dem Spielplan. In der Region Bayreuth breitet sich das Coronavirus weiterhin aus - es gibt bereits Tote: Der aktuelle Stand.

tu/dpa