Brauerei Herold schaltet "Vermisstenanzeige" für Leergut: Die Brauerei Herold in Büchenbach (Landkreis Bayreuth) hat auf Facebook eine "Vermisstenanzeige" für Leergut aufgegeben. Geschäftsführer Hans Herold hat inFranken.de den Hintergrund des Posts erklärt - er betont, dass von dem entsprechenden Engpass viele Brauereien betroffen sind. 

"Das Problem ist, dass wir unheimlich viel Leergut in den Markt pumpen und relativ wenig zurückkommt", erklärt Herold. Die Brauerei habe deshalb durch den Facebook-Post einen Appell nach außen geschickt. Er soll dazu aufrufen, dass leere Bierkästen, die bei den Verbrauchern noch zu Hause herumstehen, zurückgebracht werden. Das Leergut "versteckt" sich laut Facebook-Post beispielsweise "in einem Keller, Abstellkammer, Gartenhaus, Garage..."

Büchenbach: Brauerei veröffentlicht "Vermisstenanzeige" - Leergut wird dringend gebraucht 

Die "Vermisstenanzeige" im Wortlaut: Wir suchen unsere kleinen blauen Freunde. Wo habt ihr euch nur versteckt? Vielleicht in einem Keller, Abstellkammer, Gartenhaus, Garage... Wenn ihr sie entdeckt und alle 20 Flaschen leer sind, würden wir uns freuen, wenn ihr sie uns zurückbringt, damit wir sie wieder befüllen können.

Laut Herold geht es dabei gleichermaßen um die Getränkekisten wie auch die Bierflaschen. Bei beidem herrsche eine Knappheit auf dem Markt und es komme zu Lieferengpässen. Der Brauerei-Chef erklärt: Wenn eine Großbrauerei beispielsweise auf die gleichen Flaschen umsteige, die die Brauerei Herold verwende, brauche sie sofort Unmengen an Leergut. "Und das belastet den Markt."

Die Corona-Krise habe die Knappheit nun noch verschärft. Schließlich sei es nicht mehr möglich, größere Feiern zu veranstalten, bei denen der Veranstalter Fassbier einkauft. "Es sind nur noch kleine Sachen möglich und die gehen im Flaschenbier-Bereich", erklärt Herold. So werde während der Corona-Pandemie kaum Fassbier und ein kleines bisschen mehr Flaschenbier verkauft. Im Übrigen gehe es der Brauerei selbst in der Krise gut, problematisch sei aber natürlich die Schließung von Brauereigasthof und Gastronomie.

Zu wenig Rücklauf an Leergut: Viele Brauereien sind betroffen

Die Brauerei Herold verlangt für ihre Bierkästen bereits fünf Euro Pfand, üblich seien etwa drei Euro. Trotzdem: "Selbst das reicht nicht, um einen ordentlichen Rücklauf zu organisieren." Dadurch sei die Lage angespannt: "Die Beschaffung und der Umlauf werden immer größer."

Es sei deshalb umso wichtiger, die leeren Bierkästen an den richtigen Annahmestellen oder direkt bei den Brauereien abzugeben. Gelange das Leergut aber in verkehrte Wege beispielsweise bei Supermärkten, die mit der Brauerei keine Absprache haben, sehe die Brauerei ihr Leergut nie wieder.

Wichtig ist Herold dabei: Seine Brauerei sei keinesfalls als einzige betroffen. "Wir haben da natürlich ein allgemeines Problem." Es gebe sogar Kollegen, die wegen zu wenig Leergut kein oder nur noch wenig Bier abfüllen konnten. 

Eine andere fränkische Brauerei versucht so ihr Leergut zurückzubekommen: Was Brauereien und Getränkehersteller für das Verleihen von Flaschen und Kästen verlangen, deckt bei weitem nicht ihre Ausgaben, wenn die Behälter verloren gehen. Die Brauerei Grosch aus Rödental macht sich zum Vorreiter einer Pfand-Erhöhung.