Gerade sind Ferien - doch schon am 8. September 2020 soll der Unterricht in Bayerns Schulen wieder starten. Viele nutzen die Sommerferien, um sich für das kommende Schuljahr zu wappnen. So auch die Grundschule Bischofsgrün - an der dafür just zwei Wände eingerissen werden.

"Wir haben uns überlegt, wie wir unseren Kindern am besten helfen können, den Unterricht zu bewältigen", erzählt Yvonne Schoberth, die Schulleiterin der Grundschule Bischofsgrün im Gespräch mit inFranken.de. Die Lösung: Zwei Wände in der Grundschule werden eingerissen.

Klassenzimmer-Wände werden eingerissen, um Abstand zu gewährleisten

Rund 40 Schüler in zwei Klassen werden derzeit an der Grundschule unterrichtet. Um der Abstandsregelung von 1,5 Metern gerecht zu werden, werden nun in zwei Klassenzimmern die Wände eingerissen. Auf diese Weise soll ein Durchgang zum jeweiligen Nachbarraum entstehen.

"Wir haben die räumlichen Möglichkeiten, mehr Klassenzimmer als Klassen. Und auf diese Art und Weise könnten wir den Abstand dann locker einhalten", sagt die Schulleiterin. "Dazu wird in zwei benachbarten Klassenräumen jeweils ein Teilstück der Wand entfernt, sodass ein Durchgang entsteht."

Das bayerische Kultusministerium hat mit seinem Vier-Stufen-Plan je nach aktuellen, örtlichen Infektionszahlen die Corona-Maßnahmen geregelt. Die Bauarbeiten in der Grundschule Bischofsgrün dienen nun dazu, sich auf alle Szenarien bestmöglich vorzubereiten.

Kinder können Maske im Unterricht abnehmen - wenn Abstand gehalten wird

"Derzeit sieht es so aus, dass wir im September dann mit dem normalen Regelbetrieb starten können. Das heißt, nur die Maske auf dem Weg zur Schule und in den Gängen", erklärt Schoberth. Im Vier-Stufen-Plan des Ministeriums ist das die Stufe eins. Wenn die Infektionszahlen jedoch steigen, könnte sich das jedoch schnell wieder ändern.

Wenn sich die Lage verschlechtert, regelt das Vier-Stufen-Konzept die weiteren Maßnahmen: "Bei Stufe zwei ist die Maske während der Zeit am Sitzplatz zu tragen. Alternativ können 1,5 Meter Abstand gehalten werden", so die Schulleiterin. Mit den Durchgängen sei der Abstand zwischen den Schülern gewährleistet - und die Kinder könnten während des Unterrichts am Platz die Masken abnehmen.

"Bei Stufe drei ist der Mindestabstand dann Pflicht", erklärt Schoberth weiter. Mit den Durchgängen sei die Schule auch für dieses Szenario gewappnet. Die Kinder könnten dann weiterhin regulär die Schule besuchen, ohne dass auf Unterricht in wechselnden, kleineren Gruppen umgestellt werden müsse.

Distanzunterricht als letzte Maßnahme

Die Stufen werden durch die Infektionszahlen bestimmt: Ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen müssen Schulen dann wieder komplett auf Distanzunterricht umstellen. Das wäre Stufe vier im Konzept des Kultusministeriums.

Bis zum Schulstart am 8. September werden die Klassenräume dann für alle Szenarien gewappnet sein: "Wir sind diese Woche noch kräftig dabei, alles vorzubereiten. Und am Ende der Woche werden dann die Bauarbeiten durchgeführt."

Kinder dürfen in Bayern ab 1. September ihre Kita besuchen, auch wenn sie Erkältungssymptome aufweisen. Weiterhin gilt jedoch: Wer Fieber hat, muss zu Hause bleiben.