• Bayreuth: 1G-Regel in Restaurant beschlossen - nur noch Getestete willkommen
  • Pizzeria La Preziosa will gegen 3G-Regel protestieren und stellt die Selbsttests
  • Zuvor Kritik via Facebook-Post: Lokal hatte Hunderttausende erreicht

In der Pizzeria La Preziosa in Bayreuth gilt die 1G-Regel: Nur noch Getestete dürfen in das Restaurant. Zuvor hatte die Besitzerin des Lokals ihren Unmut über die derzeit gängige 3G-Regel kundgetan. Mit ihrer Maßnahme will sie eine Spaltung der Gesellschaft verhindern.

1G-Regel in Bayreuther Pizzeria: So lief der Start

Die Inhaberin der Pizzeria La Preziosa hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass alle Gäste bei ihr getestet sein müssen. Sie wolle keine Zwei-Klassen-Gesellschaft und vor allem keine Spaltung wegen der Impfung. Das Restaurant stellt derzeit eigene Tests zur Verfügung. "Es kommt niemand rein, bevor er getestet ist", erklärt Teresa A. gegenüber inFranken.de. Für die Kosten kommt die Pizzeria auf. Ungefähr vier Euro zahlt die Geschäftsführerin nach eigenen Angaben pro Test. "Wir haben am Wochenende draußen alles komplett voll gehabt, aber im Innenbereich war fast nichts", erklärt Teresa A. Die Tests sind allerdings nur im Innenbereich notwendig. "Ein paar gab es schon, die das in Anspruch genommen haben", so die Inhaberin. Wie es im Winter mit den Tests weitergeht, wenn der Innenbereich stärker besucht wird, wisse sie noch nicht: "Vielleicht mache ich dann selbst eine Schulung für das Testen", meint Teresa A.

Derzeit machen die Besucher*innen das selbst. Ein Mitarbeiter bleibt vor der Türe und gibt die Tests aus. Fällt das Ergebnis nach 15 Minuten negativ aus, dürfen die Gäste an ihren Tisch. Bislang sind damit auch alle einverstanden: "Die Leute, die hier essen, die finden das gut. Die, die es im Internet schlecht finden, kommen aus einer anderen Stadt oder haben noch nie bei mir gegessen", ist sich Teresa A. sicher. 

Die Pizzeria La Preziosa aus Bayreuth hatte mit einem Facebook-Post für Aufruhr gesorgt. In dem Social-Media-Beitrag wurde die 3G-Regel stark kritisiert. Zuvor war der gleiche Post bereits von anderen Lokalen außerhalb der Region veröffentlicht worden. Das Bayreuther Restaurant kopierte den Beitrag und verbreitete ihn mit großer Reichweite. Die Erstmeldung vom 27. August 2021:

Bayreuther Restaurant kritisiert neue 3G-Regel: "Es reicht"

"Wir werden unsere gesunden Gäste nicht aussperren. ES REICHT!" So beginnt der Facebook-Post. Zuvor war der exakt selbe Beitrag schon bei einem anderen Restaurant aus dem Landkreis Tirschenreuth veröffentlicht worden.

In dem Facebook-Post lassen beide Restaurants ihren Unmut über die neue 3G-Regel heraus. Die Aufgabe der Gastronomie sei es, Menschen einen Treffpunkt zum Genießen bieten zu können, nicht gesunde Menschen "zu kontrollieren und auszusperren", heißt es im Beitrag. Auch in Höchstadt hat sich eine Restaurant-Betreiberin über die 3G-Regelung beschwert. Die Betreiberin des Restaurants in Bayreuth, Teresa A., stellt gegenüber inFranken.de klar: "Ich bin in keinster Weise gegen Impfungen, es geht mir nur um die 3G-Regel." Sie glaubt, dass die Bevölkerung durch die 3G-Regel gespalten wird. "Es wirkt alles sehr verbissen", kommentiert die Restaurant-Betreiberin. Im Facebook-Post heißt es: "Über dieses irrsinnige System sollten wir ALLE nachdenken."

Pizzeria will 3G-Regel jedoch beachten - "Werde von allen Tests fordern"

Auf Google hagelte es zahlreiche schlechte Bewertungen, in der Kommentarspalte des Bayreuther Restaurants wird schnell Kritik laut: "Tja, dann werden wir, die wir uns an 3G halten, nicht mehr zu euch kommen! [...] P.S. euren Unsinn liest auch das Gesundheitsamt." Teresa A. stellt klar: "Wenn das alles rechtens ist und durchgeht, was gerade der Fall ist, würde ich mich da nicht dagegenstellen. Wir wollen keine Hetze betreiben." Sie wolle nur die Menschen wegen einer Impfung spalten. "Deswegen werde ich von allen Tests fordern, Geimpfte können ja auch erkranken und das Virus weitergeben - das sollte man dann doch nicht differenzieren", meint die Restaurant-Chefin. 

Der Facebook-Beitrag erreichte bei ihrem Restaurant nach eigenen Angaben rund 980.000 Personen. "Wir haben viel Zuspruch bekommen, auch von Geimpften", erklärt Teresa A. Einige hätten den Post auch falsch verstanden: Es gibt ein paar Leute, die negativ eingestellt sind und denken, dass ich mich gegen die Coronamaßnahmen stellen würde. Wir sind ein sauberes Lokal, halten strikt die Hygieneregelungen, haben Vorkehrungen getroffen." Das Lokal sei von Grund auf schon immer sehr auf Hygiene bedacht gewesen.