Fliegerbombe in Bayreuther Wohngebiet entschärft: Einbrecher nutzten Evakuierung dreist aus

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Bayreuth: Fliegerbombe gefunden - Sprengkommando im Einsatz, Entschärfung abgeschlossen
Die in Bayreuth gefundene Fliegerbombe wiegt rund 250 Kilogramm. Die Bombe wurde am Freitagabend entschärft, der Einsatz dauerte bis in die Nacht.
Bayreuth: Fliegerbombe gefunden - Sprengkommando im Einsatz, Entschärfung abgeschlossen
Symbolbild News5/Ott

In Bayreuth wurde am Freitag eine Fliegerbombe gefunden. Die weiträumige Evakuierung dauerte mehrere Stunden, erst dann konnte die Bombe entschärft werden. Der Einsatz dauerte bis in die Nacht. Jetzt wurde bekannt, dass Einbrecher während der Evakuierung in Wohngebäude eingestiegen sind.

In Bayreuth wurde am Freitag in der Mozartstraße eine Fliegerbombe gefunden, wie die Polizei am Freitagmittag mitteilte. Die Bombe konnte gegen 22.45 Uhr entschärft werden. Der Einsatz in einem dicht besiedelten Wohngebiet sei für alle Beteiligten "fordernd" gewesen, so die Polizei. Jetzt kam heraus: Dreiste Einbrecher nutzten die Ausnahmesituation für Diebstähle aus.

Update vom 31.10.2021, 10 Uhr: Evakuierung für Einbrüche ausgenutzt - Schmuck gestohlen

Besonders dreist nutzten bislang Unbekannte die Situation am Freitag aus, als Anwohner im Stadtteil St. Georgen ihre Wohnungen aufgrund der Entschärfung einer Fliegerbombe verlassen mussten. In zwei Fällen stiegen sie über gekippte Balkontüren in Gebäude ein und entwendeten Schmuck. Das berichtet das Polizeipräsidium Oberfranken.

Am Freitagnachmittag mussten alle Personen im Radius von 500 Metern um den Fundort der Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg für die Dauer der Evakuierungs- und Entschärfungsmaßnahmen ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Trotz der starken Polizeipräsenz gelang es Einbrechern, die Situation für verbotene Zwecke zu nutzen.

In der Rosestraße sowie der Johann-Sebastian-Bach-Straße kletterten die Unbekannten auf den Balkon und griffen durch die jeweils gekippten Balkontüren. Auf diese Weise schafften sie es, diese zu öffnen und in die Wohnräume zu gelangen. Dort angekommen, durchwühlten sie Schubladen und entwendeten je Schmuck im Wert weniger hundert Euro. In einem Fall hinterließen sie an der Tür zudem einen Sachschaden von geschätzt 100 Euro. Weitere Gegenstände oder Räumlichkeiten gingen sie nicht an. 

Die Kriminalpolizei Bayreuth übernahm die Ermittlungen und sieht aufgrund der ähnlichen Vorgehensweise und räumlichen Nähe einen Tatzusammenhang. Die Kriminalbeamten bitten Zeugen, die während der Evakuierung im Bereich der Rose- sowie der Johann-Sebastian-Bach-Straße verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich bei der Kriminalpolizei Bayreuth unter der Telefonnummer  0921/506-0 zu melden.

Update vom 30.10.2021, 6 Uhr: Fliegerbombe in Bayreuth entschärft

Bei Baustellenarbeiten im Bayreuther Stadtteil St. Georgen stießen Arbeiter am Freitagvormittag auf eine zirka 250 Kilogramm schwere englische Fliegerbombe. Der Bereich um den Fundort musste durch ein Großaufgebot an Einsatzkräften weiträumig abgesperrt und evakuiert werden. Betroffene Anwohner fanden in der Oberfrankenhalle Schutz.

Die Arbeiter fanden gegen 11.15 Uhr auf dem Gelände der Baustelle in der Mozartstraße einen schweren und verrosteten Gegenstand und setzten den Notruf ab. Der Verdacht bestätigte sich. Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg befand sich in dem dicht besiedelten Wohngebiet von St. Georgen. Die ersten Einsatzkräfte der Bayreuther Stadtpolizei sorgten für sofortige Absperrmaßnahmen im Radius von 100 Metern. Nach Eintreffen von Experten der Kampfmittelbeseitigung aus München musste dieser Radius auf 500 Meter erweitert werden. Die Anwohner in diesem Bereich wurden evakuiert.

Dank der engen behördenübergreifenden Zusammenarbeit sowie der Unterstützung von Polizeikräften der Operativen Ergänzungsdienste Ober- und Mittelfrankens, der Bayerischen Bereitschaftspolizei aus Nürnberg und Würzburg und der umliegenden oberfränkischen Dienststellen, konnte der für alle Beteiligten fordernde Einsatz erfolgreich abgeschlossen werden. Insgesamt befanden sich rund 250 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz.

Unverzichtbar war die tatkräftige Unterstützung und Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk. Das Bayerische Rote Kreuz brachte zahlreiche Personen mit Krankentransporten in gesicherte Bereiche. Hierbei stießen die Einsatzkräfte an organisatorische Herausforderungen, da sich unter anderem Personen in amtlich angeordneter Quarantäne befanden. Auch für sie konnte ein isolierter Transport ermöglicht werden.

Die Betreuung der von der Evakuierung Betroffenen fand in der Oberfrankenhalle Bayreuth statt. Dort organisierten Polizei, Stadt Bayreuth sowie das Bayerische Rote Kreuz, das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr einen Rückzugsort mit der Möglichkeit sich aufzuwärmen und aufzuhalten. Die erst vor Kurzem geschaffene Betreuungsgruppe der Polizei Oberfranken kümmerte sich direkt vor Ort um die Zuflucht Suchenden. In den Abendstunden hielten sich etwa 400 Personen in der Halle auf.

Erst gegen 21 Uhr war der betroffene Bereich vollständig evakuiert. Im Anschluss konnten Experten des Sprengkommandos die Fliegerbombe näher begutachten und sich um die Sicherung und Entschärfung kümmern. Die Stadtwerke Bayreuth stellten während der Maßnahmen kurzzeitig den Strom in den angrenzenden Straßenzügen ab. 
Nach erfolgreicher Entschärfung um 22.45 Uhr beendeten die Polizeikräfte die Absperrmaßnahmen und die Bürgerinnen und Bürger konnten zurück in ihre Wohnungen und Häuser. Für den Rücktransport standen Shuttlebusse bereit.

Update vom 29.10.2021, 22.10 Uhr: Die Entschärfung läuft - 400 Evakuierte warten in Oberfrankenhalle

Seit zirka 21.45 Uhr sind laut einer Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken die Spezialisten des Sondereinsatzkommandos dabei die Bombe im Bayreuther Wohngebiet zu entschärfen. Die Dauer der Maßnahme ist unklar: "Von einer halben Stunde bis zu zwei Stunden ist alles möglich", teilt die Polizei auf Nachfrage mit.

Derweil warten zirka 400 Evakuierte in der Oberfrankenhalle darauf, dass sie in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren können. Auf Twitter informiert die Polizei darüber, dass bereits Shuttle-Services bereit stünden, um die Personen nach Hause zurückzubringen. 

Update vom 29.10.2021, 21.20 Uhr: Evakuiertes Gebiet nach wie vor gesperrt - Entschärfung steht unmittelbar bevor

Laut Polizeipräsidium Oberfranken ist das evakuierte Gebiet nach wie vor gesperrt und darf nicht betreten werden. Auch die Einsatzkräfte haben die Umgebung mittlerweile verlassen.

Die Entschärfung der Bombe durch ein Spezialisten-Team steht unmittelbar bevor. Sobald Anwohner zurück in ihre Wohnungen dürfen, werde die Polizei darüber informieren. 

Die Entschärfung hatte sich weiter verzögert, weil noch immer Autos und Passanten das Sperrgebiet durchquert haben.

Update vom 29.10.2021, 19.15 Uhr: Strom in betroffenen Straßenzügen wird komplett abgestellt

Die Evakuierung ist abgeschlossen, jetzt wird in den betroffenen Straßenzügen rund um die Baustelle, in der die Bombe gefunden wurde, der Strom abgestellt. Das hat ein Sprecher der Polizeipräsidiums Oberfranken auf Nachfrage mitgeteilt. 

Diese Maßnahme sei üblich, wenn eine Bomben-Entschärfung durchgeführt wird. Um zirka 20 Uhr wolle man dann die Entschärfungsmaßnahmen durch Spezialisten eines Sondereinsatzkommandos einleiten. 

Wie lange sich der Einsatz noch hinzieht ist derzeit noch unklar

Update vom 29.10.2021, 18 Uhr: Evakuierung dauert an - Polizei hofft auf Entschärfung ab 19 Uhr

Die Evakuierung um den Bombenfundort in Bayreuth dauern weiter an. Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, dass die Evakuierung noch bis mindestens 19 Uhr dauern werde.

Dann hoffe man, mit der Entschärfung der Bombe beginnen zu können. Im Moment sind mehrere Einsatzzüge an der Evakuierung beteiligt.

Spezialisten zum Entschärfen der Bombe sind bereits vor Ort. 

Update vom 29.10.2021, 16.24 Uhr: Fliegerbombe auf Bayreuther Baustelle gefunden - Bewohner werden evakuiert, großflächige Sperrung 

In Bayreuth wurde eine Fliegerbombe in der Mozartstraße auf einer Baustelle gefunden. Wie das Polizeipräsidium Oberfranken auf Nachfrage von inFranken.de mitteilt, wurde die Bombe bei Bauarbeiten entdeckt. "Dort wurde eine Reihe von Wohnhäusern weggerissen und das Areal neu bebaut und im Zuge dessen hat man auch die Bombe gefunden", so der Sprecher. 

Mittlerweile ist in einem Radius von knapp 500 Metern abgesperrt worden. In der Nähe des Fundortes liegt ein Wohngebiet mit einem Gemeindehaus und einem Kindergarten. Die Personen werden nun evakuiert. Von den Verkehrssperrungen wegen des Bombenfunds seien auch mehrere Hauptverkehrsadern der Stadt betroffen. Demnach ziehen sich die Sperrungen vom Josefsplatz beginnend über die Albrecht-Dürer-Straße in Richtung stadtauswärts und die Bernecker Straße in Richtung des Stadtviertels St. Georgen, wie der Sprecher sagt. Kräfte des BRK, der Feuerwehr und des Ordnungsamts würden die Anwohner in der Oberfrankenhalle versorgen, so die Polizei.

Die Polizei geht davon aus, dass bis 18 Uhr die Evakuierungen abgeschlossen sind, heißt es. Dann werde mit der Entschärfung begonnen. Um die Evakuierungen zu beschleunigen sei ein zweiter Einsatzzug aus Nürnberg angefordert worden. Spezialisten seien mittlerweile vor Ort und "haben sich das Ganze schon angeschaut", wie ein Pressesprecher bestätigt. Die Bombe werde auf ein Gewicht von rund 250 Kilogramm geschätzt. Außerdem liege "der Zünder ungünstig." Die Bombe sei so gedreht, dass man sie zunächst bewegen müsse, um sie zu entschärfen. 

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.