"Bizarres Naturschauspiel": Meterhohe Fontänen in Fränkischer Schweiz möglich

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In der Fränkischen Schweiz findet heuer wieder ein beeindruckendes Naturschauspiel statt. Wasser aus dem Berg kann mitunter meterhohe Fontänen entwickeln.

In der Fränkischen Schweiz, nahe Pottenstein (Landkreis Bayreuth), sprudelt im Februar wieder der sogenannte "Urspring". Dabei handelt es sich um eine periodische Karstquelle, wie die Tourismusinformation der Stadt Pottenstein erläutert. 

"Aus dem während des übrigen Jahres trockengelegenen Felsformationen treten derzeit spektakulär mehrere Quellen zutage, die den Talbereich in Richtung Haselbrunnbachtal überfluten - ein bizarres Naturschauspiel im Winter oder im Frühjahr", heißt es Mitte Februar. Demnach schütten die Quellen bisweilen derart heftig, dass sich bis zu mehrere Meter hohe Fontänen entwickeln können.

"Urspring" in Fränkischer Schweiz sprudelt wieder - Karstquelle bei Pottenstein

Karstquellen führen nicht ganzjährig Wasser. Sie werden nur bei bestimmten hydrologischen Bedingungen aktiv - typischerweise nach niederschlagsreichen Perioden oder während der Schneeschmelze. Der "Urspring" hatte in früheren Jahrhunderten eine besondere Bedeutung für die Region.

Nach Angaben der Tourismusinformation der Stadt Pottenstein galt das Erscheinen der Quelle in der Bevölkerung als Vorzeichen für Missernten und Teuerungen. Diese Einschätzung wurde offenbar auch von Behörden geteilt: Überlieferungen zufolge entsandte der Nürnberger Magistrat bis in die frühe Neuzeit Abgesandte nach Pottenstein, um den Zustand der Quelle zu überprüfen. Je nach Befund wurden in Nürnberg entsprechende Vorsorgemaßnahmen eingeleitet.

Um die Quelle nahe Pottenstein ranken sich verschiedene Sagen. Eine davon erklärt den in der Gegend verwendeten Begriff "Baumforellen": Demnach sollen Fische aus einem unterirdischen See mit dem Quellwasser herausgeschleudert worden sein. Die Überlieferungen zur Quelle sind im "Pottensteiner Sagenschatz" dokumentiert. Das Buch ist bei im Tourismusbüro Pottenstein erhältlich (Preis 9,80 Euro).

"Naturwunder bei Haselbrunn": Zeitweise auftretendes Phänomen als geologische Attraktion

Das Einzugsgebiet für die Urspring-Quelle ist die nördlich gelegene Hohenmirsberger Platte - einer der höchsten Punkte der Fränkischen Schweiz. Im Untergrund dieser Hochfläche gibt es vermutlich Kluft- und Höhlensysteme, die den Grundwasserstrom bei erhöhtem Grundwasserstand zum Bereich der Urspring konvergieren lassen. Dies geht aus einem Beitrag auf dem Portal Landschaften in Deutschlands des Leibniz-Instituts für Länderkunde hervor. In Trockenzeiten hingegen sinkt der Wasserspiegel unter das Niveau des Quellaustrittes, sodass kein Wasser austritt.

Fazit: Der "Urspring" ist ein eindrucksvolles Zeugnis der komplexen unterirdischen Wassersysteme in der Karstlandschaft der Fränkischen Schweiz. Das nur gelegentlich auftretende Naturphänomen gilt als geologische Attraktion.

Im Februar vergangenen Jahres kam es in der Fränkischen Schweiz derweil zu einem anderen Naturschauspiel: Wasserfälle waren zugefroren und traten als meterlange Eiszapfen in Erscheinung. Die Fränkische Schweiz zählt indessen zu den Top-Reisezielen 2026. Besucher aus der ganzen Welt lassen sich von den atemberaubenden Naturlandschaften, dem reichen Kulturangebot und den regionalen Spezialitäten verzaubern.

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Vorschaubild: © Tourismusinformation Stadt Pottenstein / Screenshot: inFranken.de