Der AfD-Kreisverband Bayreuth traf sich am Mittwoch in einem Bad Bernecker Gasthof zu einer Info-Veranstaltung. Begleitet wurde dies von massiven Protesten vor der Tür. Der Wirt bezieht gegenüber inFranken.de Stellung.
Ein AfD-Treffen hat in Bad Berneck am Mittwoch (22. Januar 2025) für großen Tumult gesorgt. Der Bayreuther Kreisverband hatte sich ab 19 Uhr im Gasthof Friedrich für eine Info-Veranstaltung angemeldet, die laut der Organisation "Widersetzen Bayreuth" an wechselnden Orten stattfindet. "Widersetzen Bayreuth" engagiert sich mit Kundgebungen und Versammlungen gegen die Partei und war während des Treffens in Bad Berneck präsent.
Unter dem Motto "Rechtsextremismus schmeckt uns nicht!" kamen bis zu 100 Personen zusammen, um vor dem Gasthof Friedrich zu demonstrieren. Weitere Initiativen wie "Omas gegen Rechts", Anwohner und Parteien unterstützten den Protest, schreibt die Vereinigung in einem Bericht. "Auch die Gemeinde der anliegenden Dreifaltigkeitskirche solidarisierte sich durch mehrere Minuten andauerndes volles Kirchengeläut", heißt es. Gasthof-Eigentümer Horst Friedrich findet die Aktion "total überzogen".
"Richtig lautstark": Bad Bernecker Gastronom bekommt Folgen seiner AfD-Zusage zu spüren
Widerstände gegen Veranstaltungsorte wegen Parteitreffen sind in Franken schon mehrmals vorgekommen. Ein Sportheim aus dem Raum Bamberg zog 2024 nach Bedrohungen wegen einer Veranstaltung mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion Tino Chrupalla die Reißleine. Eine Volkacher Weinstube erhielt Ende des Jahres einen Drohbrief, weil sie die örtlichen Grünen in ihren Räumlichkeiten willkommen hieß.
Gegenüber inFranken.de beschreibt der Bad Bernecker Gastronom seine Eindrücke: "Zwei Stunden lang haben sie richtig lautstark demonstriert, Musik gespielt, getrommelt und gesungen." Schon am Wochenende zuvor sei er telefonisch angegriffen worden und die AfD habe ihn daraufhin gefragt, ob er es dennoch stattfinden lassen wolle. Er sei bei seiner Zusage geblieben, doch sagt hinterher: "Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich es nicht gemacht."
Der ehemalige Stadtrat und Anhänger der Freien Wähler habe "nichts für und nichts gegen die AfD. Wir haben einfach unsere Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt", macht er deutlich. Auch Jahresversammlungen anderer Parteien fänden in seinem Gasthof statt. Die AfD habe "normal gegessen und getrunken" und ihr Treffen abgehalten. In den Räumen sei es den ganzen Abend über ruhig gewesen. Den Demonstrierenden habe er zwischenzeitlich sogar Zugang zu seinen Toiletten gewährt.
Gasthof Friedrich kassiert negative Google-Rezensionen - weitere AfD-Treffen ausgeschlossen
Dem 60-Jährigen taten während der Proteste laut eigenen Aussagen die Anwohner und Gäste seines gegenüberliegenden Hotels leid. Auch das Image des Gasthofs hat Schaden genommen, wie in den Google-Rezensionen zu lesen ist. "Hier möchte ich lieber nicht einkehren", heißt es im Rahmen des AfD-Treffs mitunter.
"Es wäre für uns vielleicht intelligenter gewesen, es nicht zu machen. Ich habe aber nicht gedacht, dass es so schlimm wird", so Friedrichs Fazit. Noch einmal wolle er solch einen Abend in jedem Fall nicht kritisieren. Der AfD-Treff in seinem Gasthof werde eine "einmalige Sache" bleiben.
@UM.695G_0j > ".., denke die meisten haben mitbekommen, wo sie politisch zu verorten sind..."
Richtig, dort bin ich solange verortet bis die etablierten Parteien für mich annehmbare Migrationspolitik betreiben. Merz ist seit Jahren der erste, der diesem Migrationswahnsinn Einhalt gebieten will, gerne auch mit Stimmen der AFD. Lindner ist inzwischen auch auf dieser Welle und das ist gut so. Habeck hat es leider nicht begriffen, der will sogar die Verwandtschaft nachholen, dann soll er es bitte auch bezahlen. Sollte Merz es schaffen die Grenzen für diese Freunde weitestgehend dicht zu machen, wähle ich wieder schwarz. Über Scholz zu schreiben ist verlorene Zeit, Roland Berger hat seine Meinung über Scholz kundgetan, diese Meinung entspricht auch meiner Meinung. Ohne AFD wäre dieser Umdenkprozess nicht möglich gewesen. Die Erzfeindin von Merz hat diesen Prozess gestartet und der Parteikollege ist auf dem besten Weg diesen Wahnsinn zu beenden.
@Schwärzicher: „Richtig, dort bin ich solange verortet bis die etablierten Parteien für mich annehmbare Migrationspolitik betreiben. Merz ist seit Jahren der erste, der diesem Migrationswahnsinn Einhalt gebieten will, gerne auch mit Stimmen der AFD.“
Wirklich alle haben mitbekommen, wo Sie meinen sich zu verorten. Wenn Sie glauben die Grenzen wären „dicht zu machen“ oder durch die Abschiebung von 42.300 unmittelbar Ausreisepflichtigen ändere sich etwas, dann zeichnet das ein recht klares Bild Ihres Weitblicks.
Selbst wenn das tatsächlich Ihre einzige Motivation sein sollte – was Ihre Äußerungen ganz stark bezweifeln lassen – sind Sie bereit mit der AfD eine in weiten teilen auch offen rechtsradikale Partei zu wählen die von Kräften durchsetzt ist die unser demokratisches System abschaffen wollen, Hass schüren und die Gesellschaft spalten.
Übrigens: Die Geschichte der Bundesrepublik, wie fast aller westlicher Länder, ist eine Geschichte der Migration – Stichwort "Gastarbeiter". Ohne Zuwanderung ist unser Wohlstand gar nicht zu erhalten, dass dürfte jedem denkenden Mensch klar sein, der auch nur einen kurzen Blick auf die demographische Struktur dieses Landes geworfen hat. Weniger Arbeitskräfte, weniger Konsum, weniger Steuern ...
Lieber Schwärzicher,
es wirkt auf mich so, als hätten Sie große Angst vor der Zukunft. Jeder darf seine Meinung äußern. Für mich ist die Androhung von Gewalttaten allerdings keine Meinung. Die Dikusissionen in Internetforen und Sozialmedia-Portalen verrohen zunehmend. Unsere Wirtschaft beklagt einen extrem hohen Personalmangel vor allem auch in Sozial- und Gesundheitsberufen. Wenn wir potentielle Fachkräfte abschieben, können wir diese Probleme nicht mehr lösen, da die meisten Mitarbeiter in diesen Branchen bereits überlastet sind. Ich werde diese Stunden nicht auffangen können. Die AfD möchte außerdem auch deutsche Staatsbürger abschieben als nicht nur „Muggel, sondern auch “Halbblüter“ und Menschen, die seit Generationen in Deutschland leben und sich als Deutsche fühlen, ach ja und auch Menschen, die eine andere Meinung haben. Gerade das sollten Sie verstehen können. Großer Respekt ist nur mit viel Verständnis füreinander möglich. Ja, wir haben ein Problem mit islamistischen Terror, dass lässt sich vielleicht durch eine bessere Zusammenarbeit der Behörden von Bund und Land und eine Schnittstelle besser lösen, als mit Gewalt. Sie haben sich in der Vergangenheit möglicherweise nicht verstanden gefühlt und Angst um Ihre finanzielle Sicherheit. Niemand hat das Recht seinen Ärger über mangelnde Ungleichheit an anderen Menschen auszulassen. Ich bin sicher, dass die AFD nicht für mehr Gleichheit sorgen wird, da Sie die Ideen im Wahlprogramm eher hohe Einkommen bevorteilen.
@JGMeman > "man könnte den Eindruck gewinnen Sie identifizieren sich damit."
Ob ich mich damit identifiziere oder nicht geht Sie gar nichts an. Ich bin Ihnen keine
Rechenschaft schuldig.
Ich erwarte auch gar keine „Rechenschaft“. Es war auch keine Frage, sondern eher eine Feststellung.