"Wenn ich das gewusst hätte": Massive Proteste gegen AfD-Treffen in fränkischem Gasthof - Wirt äußert sich

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Bad Berneck: Wirt zu Protesten gegen AfD-Sitzung - "wenn ich das gewusst hätte"
Bis zu 100 Menschen zeigten in Bad Berneck ihren Unmut gegen die AfD.
Bad Berneck: Wirt zu Protesten gegen AfD-Sitzung - "wenn ich das gewusst hätte"
Gruppe "Widersetzen"
Bad Berneck: Wirt zu Protesten gegen AfD-Sitzung - "wenn ich das gewusst hätte"
Bis zu 100 Menschen zeigten in Bad Berneck ihren Unmut gegen die AfD.
Bad Berneck: Wirt zu Protesten gegen AfD-Sitzung - "wenn ich das gewusst hätte"
Gruppe "Widersetzen"
Bad Berneck: Wirt zu Protesten gegen AfD-Sitzung - "wenn ich das gewusst hätte"
Bis zu 100 Menschen zeigten in Bad Berneck ihren Unmut gegen die AfD.
Bad Berneck: Wirt zu Protesten gegen AfD-Sitzung - "wenn ich das gewusst hätte"
Gruppe "Widersetzen"

Der AfD-Kreisverband Bayreuth traf sich am Mittwoch in einem Bad Bernecker Gasthof zu einer Info-Veranstaltung. Begleitet wurde dies von massiven Protesten vor der Tür. Der Wirt bezieht gegenüber inFranken.de Stellung.

Ein AfD-Treffen hat in Bad Berneck am Mittwoch (22. Januar 2025) für großen Tumult gesorgt. Der Bayreuther Kreisverband hatte sich ab 19 Uhr im Gasthof Friedrich für eine Info-Veranstaltung angemeldet, die laut der Organisation "Widersetzen Bayreuth" an wechselnden Orten stattfindet. "Widersetzen Bayreuth" engagiert sich mit Kundgebungen und Versammlungen gegen die Partei und war während des Treffens in Bad Berneck präsent.

Unter dem Motto "Rechtsextremismus schmeckt uns nicht!" kamen bis zu 100 Personen zusammen, um vor dem Gasthof Friedrich zu demonstrieren. Weitere Initiativen wie "Omas gegen Rechts", Anwohner und Parteien unterstützten den Protest, schreibt die Vereinigung in einem Bericht. "Auch die Gemeinde der anliegenden Dreifaltigkeitskirche solidarisierte sich durch mehrere Minuten andauerndes volles Kirchengeläut", heißt es. Gasthof-Eigentümer Horst Friedrich findet die Aktion "total überzogen".

"Richtig lautstark": Bad Bernecker Gastronom bekommt Folgen seiner AfD-Zusage zu spüren

Widerstände gegen Veranstaltungsorte wegen Parteitreffen sind in Franken schon mehrmals vorgekommen. Ein Sportheim aus dem Raum Bamberg zog 2024 nach Bedrohungen wegen einer Veranstaltung mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion Tino Chrupalla die Reißleine. Eine Volkacher Weinstube erhielt Ende des Jahres einen Drohbrief, weil sie die örtlichen Grünen in ihren Räumlichkeiten willkommen hieß.

Gegenüber inFranken.de beschreibt der Bad Bernecker Gastronom seine Eindrücke: "Zwei Stunden lang haben sie richtig lautstark demonstriert, Musik gespielt, getrommelt und gesungen." Schon am Wochenende zuvor sei er telefonisch angegriffen worden und die AfD habe ihn daraufhin gefragt, ob er es dennoch stattfinden lassen wolle. Er sei bei seiner Zusage geblieben, doch sagt hinterher: "Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich es nicht gemacht."

Der ehemalige Stadtrat und Anhänger der Freien Wähler habe "nichts für und nichts gegen die AfD. Wir haben einfach unsere Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt", macht er deutlich. Auch Jahresversammlungen anderer Parteien fänden in seinem Gasthof statt. Die AfD habe "normal gegessen und getrunken" und ihr Treffen abgehalten. In den Räumen sei es den ganzen Abend über ruhig gewesen. Den Demonstrierenden habe er zwischenzeitlich sogar Zugang zu seinen Toiletten gewährt. 

Gasthof Friedrich kassiert negative Google-Rezensionen - weitere AfD-Treffen ausgeschlossen

Dem 60-Jährigen taten während der Proteste laut eigenen Aussagen die Anwohner und Gäste seines gegenüberliegenden Hotels leid. Auch das Image des Gasthofs hat Schaden genommen, wie in den Google-Rezensionen zu lesen ist. "Hier möchte ich lieber nicht einkehren", heißt es im Rahmen des AfD-Treffs mitunter.

"Es wäre für uns vielleicht intelligenter gewesen, es nicht zu machen. Ich habe aber nicht gedacht, dass es so schlimm wird", so Friedrichs Fazit. Noch einmal wolle er solch einen Abend in jedem Fall nicht kritisieren. Der AfD-Treff in seinem Gasthof werde eine "einmalige Sache" bleiben.

Wie die Polizei auf Anfrage erklärt, verlief die stationäre Kundgebung insgesamt friedlich, die Beamten mussten nicht einschreiten. Weitere Nachrichten aus Bayreuth und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.