Ein schwerer Verkehrsunfall mit zahlreichen Verletzten hat sich am Sonntagnachmittag (29. Mai 2022) gegen 15 Uhr auf der Autobahn A9 ereignet. Auf Höhe des Parkplatzes Streitau kollidierten zehn Fahrzeuge miteinander.

Der Unfall wurde nach aktuellem Kenntnisstand durch ein Fahrzeug ausgelöst, dessen 71-jähriger Fahrer aus bislang unklarer Ursache den langsameren Verkehr vor sich übersah und mit hoher Geschwindigkeit in das Auto eines 40-jährigen Mannes aus Berlin hineinfuhr.

Schwerer Unfall auf A9: Augenzeuge berichtet

Dieser war nur mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 km/h unterwegs. Der Verkehr sei zähfließend gewesen, berichtet Augenzeuge Hendrik Moldenhauer im Gespräch mit News5. "Dann habe ich nur gesehen, wie einer rechts neben mir durchgeschossen ist. (...) Dafür wie es hier aussieht, könnten auch Tote dabei sein", beschreibt er die Lage vor Ort.

Aufgrund der Wucht des Aufpralls schleuderten die beiden Unfallbeteiligten nach vorne und prallten mit acht weiteren Fahrzeugen zusammen. Ein Auto geriet infolge des Unfalls in Brand und musste von der Feuerwehr gelöscht werden. Die Insassen konnten sich zuvor selbstständig ins Freie retten.

Der Unfallverursacher ist nach derzeitigem Stand der Polizei mit etwa Tempo 200 unterwegs gewesen. Zu dieser ersten Einschätzung sei ein Gutachter gekommen, auch auf Basis einer Zeugenaussage, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Medienberichte, wonach der 71-Jährige aus Sachsen womöglich 220 Stundenkilometer gefahren ist, wollte der Sprecher nicht bestätigen.

17 Verletzte bei Massen-Karambolage

Wie die Polizei berichtet, wurden bei dem Massen-Crash insgesamt 17 Menschen verletzt, darunter auch mehrere Kinder. Der Unfallverursacher und seine Ehefrau wurden schwer verletzt. Zunächst konnte der behandelnde Notarzt nicht ausschließen, dass sie aufgrund ihrer Verletzungen in Lebensgefahr schweben, mittlerweile gab die Polizei aber Entwarnung. Die beiden seien auf dem Weg der Besserung.

Crash auf Autobahn - auch Kinder unter den Verletzten

Die weiteren 15 Personen erlitten leichte bis mittlere Verletzungen. Etliche Rettungsfahrzeuge brachten sie in umliegende Krankenhäuser. Der entstandene Schaden wird nach derzeitigen Erkenntnissen auf rund 200.000 Euro geschätzt.

Polizisten der Verkehrspolizei Hof kümmerten sich um die Unfallaufnahme. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Ein Großaufgebot an Rettungskräften befand sich vor Ort.

Die A9 musste in Richtung Berlin stundenlang gesperrt werden, es bildete sich ein etwa 15 Kilometer langer Stau. Der Verkehr wurde nach Polizeiangaben an der Anschlussstelle Gefrees ausgeleitet. Auch auf der Gegenfahrbahn kam es zu größeren Verkehrsbehinderungen.

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