Wo Schiller und Hölderlin die Muse küsste

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Panoramablick auf Lisberg: Matthias Litzlfelder führte die 95 Teilnehmer an. Fotos: Rudolf Härtl
Auf dem Trabelsdorfer Schlossplatz
 
Los geht's...
 
... Richtung Friedleinsbrunnen, an den Trabelsdorfer Seen vorbei.
 
Idylle am Friedleinsbrunnen.
 
Redakteur Matthias Litzlfelder erklärt den Aufbau des Waldes.
 
Gedenkstein Luitpoldeiche.
 

Es gibt Orte, da spürt der Wanderer, dass sie in vergangenen Zeiten schon eine gewisse Rolle gespielt haben mussten. Der Friedleinsbrunnen in der Nähe von Dankenfeld ist so ein Ort. Er war Ziel der dritten Leserwanderung, zu der die Mediengruppe Oberfranken eingeladen hatte.

95 Leserinnen und Leser machten sich am Wochenende unter der Führung von Redakteur Matthias Litzlfelder gegen 9 Uhr auf die insgesamt 11,5 Kilometer lange Wegstrecke.
Ausgangspunkt war das Schloss in Trabelsdorf, ein Ortsteil der Gemeinde Lisberg. Die Familie der Marschalk von Ostheim hatte es in seiner heutigen Gestalt Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut.

Die Wanderer erfuhren in einem kleinen geschichtlichen Überblick von Matthias Litzlfelder dort schon etwas über Charlotte von Kalb, die als geborene Freiin Marschalk von Ostheim einige Zeit in den Dörfern Dankenfeld und Trabelsdorf lebte.

Sie war mit den größten Dichtern ihrer Zeit eng befreundet. Goethe und Schiller waren von ihr angezogen, Hölderlin war Hauslehrer ihres Sohnes gewesen, und auch der Dichter Jean Paul verehrte sie.

Nach fünf Kilometern und einer guten Stunde Fußmarsch kamen die Wanderfreunde bei herrlichem Sonnenschein am Friedleinsbrunnen an. Der Ort mit Quelle und einem kleinen Teich im Wald wird auch "Charlottenruhe" genannt, denn hier verweilte die Muse der Dichter oft und gerne. Nachdem sich die Leser hier eine Stunde lang mit Wasser aus dem Hause Frankenbrunnen sowie belegten Brötchen und Laugenbrezeln von der Bamberger Bäckerei Loskarn stärken konnten, ging es weiter auf dem Main-Donau-Weg in Richtung Luitpold-Eiche, dem nächsten Etappenziel.

Unterwegs erklärte Wanderführer Litzlfelder den Teilnehmern die Struktur des Waldes und informierte sie über die jüngsten Veränderungen im Wandergebiet, das direkt an der Grenze zwischen Ober- und Unterfranken lag.

Währenddessen sorgten Thomas Reinwand vom Bestandskundenmarketing, Azubi Christian Wöhrmann und der Trabelsdorfer Klaus Huber, ein Bekannter von Redakteur Litzlfelder, für die zusätzliche Betreuung der Wanderer. Nach kurzer Zeit hatte die Gruppe die sogenannte Luitpold-Eiche erreicht. Von dieser zeugt heute nur noch ein Gedenkstein. Der morsche Baum war schon vor Jahrzehnten abgestorben.

Litzlfelder gab den Lesern an dieser Stelle einen Einblick in die bayerische Geschichte:


Anlass für das Pflanzen der Eiche vor 100 Jahren war der 90. Geburtstag von Prinzregent Luitpold von Bayern gewesen.

Der Rundkurs verlief nun geradewegs auf Lisberg zu.

Vom Waldrand aus genossen die Wanderer nicht nur den Blick auf den Ort mit seiner mittelalterlichen Burg, einer der schönsten und besterhaltenen in Franken, sondern auch auf das Bamberger Land mit Altenburg, Bamberger Krankenhaus und Kälberberg am Horizont. Der Weg führte anschließend am Lisberger Friedhof vorbei und wenig später hatte die Gruppe die Trabelsdorfer Seen, den Endpunkt der Wanderung, erreicht. Bei Bier und Brotzeit im Landgasthof Altes Kurhaus oder in der Brauerei Beck in Trabelsdorf ließen viele Teilnehmer die Wanderung ausklingen. "Schön war's und sehr interessant", so das Resümee einer Leserin, dem sich viele anschlossen.