Es ist wirklich zum Auf-und-davon-Laufen... Das dürften sich alle drei Diktat-Schreiber gedacht haben. Aber wie schreibt man das bloß? Zusammen? Auseinander? Gekoppelt? Groß oder klein? Gleich der erste Satz in unserem Test hat es in sich. Und unterm Strich scheitern alle drei an diesem Ausdruck.

20 Jahre Rechtschreibreform - aus diesem Anlass hat der FT zum Diktat gebeten. Mutig stellten sich die Schülerin Maria Geyer, die Pressesprecherin der Stadt Bamberg, Ulrike Siebenhaar, und der Kleinkünstler Arnd Rühlmmann der Herausforderung. Blamiert hat sich keiner, denn untenstehender Text, den alle drei komplett und ohne Hilfsmittel schreiben mussten, war gespickt mit Fallstricken. So sind die 14 Fehler der Elftklässlerin vom E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium ein stolzer Wert.
Und auch Rühlmann (17 Fehler) und Siebenhaar (20) haben sich gut geschlagen angesichts von Gemeinheiten wie dem französischen Wort Plaisir (auch erlaubt: Pläsier), bei dem auch alle daneben lagen.

Daneben finden letztlich viele die vor 20 Jahren etablierten, neuen Rechtschreibregeln. Helmut Glück, Professor für Deutsche Sprachwissenschaft der Universität Bamberg im Ruhestand, hat einst sogar mit Petitionen und Vorträgen gegen sie gekämpft. "Die Reform hat die Sprachentwicklung der letzten 200 Jahre nicht beachtet", ärgert er sich noch heute. Der verantwortlichen Kommission hätte der sprachwissenschaftliche Sachverstand gefehlt. Die Zielsetzung, Rechtschreibung müsse einfach und für Grundschüler leicht zu lernen sein, hält Glück für falsch: "Sprache muss für den Leser leicht sein. Man muss mit wenig Aufwand viel verstehen können."