Der Name strahlt Entschlossenheit aus: "Abfallhai". So heißt das chromblitzende Modell der Firma Anta Swiss, das Bamberg bei einem Problem helfen soll: den wachsenden Müllbergen in der Innenstadt.

Schon in den letzten Jahren haben steigendes Besucheraufkommen und der allgemeine Trend zu Wegwerf-Verpackungen die Stadt immer wieder zum Aufrüsten ihrer wichtigsten Entsorgungseinheiten gezwungen. Bamberg erlebt eine schleichende Mülleimervermehrung.

Mit sichtbaren Folgen: Mittlerweile lebt auf auf dem Stadtgebiet eine Armada von 826 öffentlichen Abfallbehältern. Je nach Nutzungsfrequenz werden sie zwischen einmal am Tag und einmal in der Woche geleert.


Blitzentscheidung im Bausenat

Doch auch diese Vielzahl von Behältern ist der Flut von Pappbechern und sonstigen Verpackungen, die heutzutage produziert, befüllt und weggeworfen werden, nicht mehr gewachsen. Die Mitglieder des Bausenats sahen sich deshalb diese Woche zu einer Blitzentscheidung gezwungen. Einstimmig billigten sie die Anschaffung von 20 neuen Mülleimern zu einem Preis von je 2000 Euro.

Das Besondere dabei sind jedoch nicht nur die hohen Kosten, die von Michael Bosch (BA) hinterfragt wurden. Der Anta-Swiss-Abfallhai begegnet dem vermehrten Müllaufkommen in einer Schwarmstadt auf zweifache Weise: mit einer pflegeleichten, jeden Schmutz abweisenden Oberfläche und einem gewachsenen Fassungsvermögen. Konkret gesagt: Er ist extrem robust, schluckt das Dreifache seiner Kollegen und ist damit tatsächlich eine Art Hecht im Karpfenteich.

Noch im Juli sollen die 20 neuen Müllbehälter überall dort auftauchen, wo das bisherige Inventar dem Masseneinwurf immer wieder weniger standhielt und entsprechend überquoll: rund um den ZOB, den Maxplatz, die Untere und die Obere Brücke, die Lange Straße und auf der Kettenbrücke.

Trotz vereinzelter Klagen kämpft der Entsorgungs- und Baubetrieb in Bamberg aber nicht auf verlorenem Posten. Bamberg sei im Vergleich mit anderen Städten immer noch eine sehr saubere Stadt, lobten Stadträte die Arbeit der Reinigungskräfte. Das ist auch die Einschätzung, die Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar immer wieder gehört hat. Viele Touristen seien überrascht, wie sauber die Stadt Bamberg trotz der vielen Besucher sei.

Freilich kommt dieser positive Eindruck nicht von ungefähr. Für ein sauberes Bamberg läuft im Hintergrund eine fein geölte Maschinerie, von der die meisten Bürger wenig mitbekommen. Und natürlich kostet die Straßenreinigung auch sehr viel Geld. Wie Stefan Neubauer vom Baubetrieb der Stadt sagt, ist der Aufwand für die Straßenreinigung 2016 erstmals auf 3,2 Millionen Euro gestiegen.

Mittlerweile sorgen 48 Mitarbeiter dafür, dass der Müll, der Abends weggeworfen wird, schon am nächsten Morgen wie von Zauberhand verschwunden ist. Manchmal ist das aber auch ein frustrierender Job: "Viele Leute die feiern, lassen einfach alles liegen und stehen. Andere stecken ihren Hausmüll in die öffentlichen Behälter ", sagt Neubauer.


Was ist mit den Gebühren?

Um das Problem zu lösen, ist es mit neuen, immer größeren Mülleimern nicht getan. Auch Intensität und Intervalle der Reinigungsarbeit wurden in den letzten Jahren immer wieder angehoben. Für die Verantwortlichen ist es deshalb nur eine Frage der Zeit, bis die Bürger diese Sorglosmentalität auch im eigenen Geldbeutel spüren. "Die Gebühren werden steigen."