Auch die drei Jura-Gemeinden Königsfeld, Stadelhofen und Wattendorf, zusammen geschlossen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Steinfeld, wollen so bald wie möglich ihren Bürgern eine zeitgemäße Versorgung mit leistungsfähigem Internet sichern. Dazu wurden jetzt in allen drei Gemeinderäten - jeweils einstimmig - gleich lautende Beschlüsse gefasst, die den Ausbau mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Megabite pro Sekunde zum Ziel haben.

Doch ganz so einfach ist die Sache für die drei Jura-Gemeinden wieder einmal nicht. Denn wegen der weiten Wege sind die Kosten horrend: in Königsfeld würde eine Glasfaser-Leitung in alle Gemeindeteile mit jeweils einem Kabelverzweiger rund 837.000 Euro kosten, für die Gemeinde Wattendorf gibt es eine IKT-Studie, die bei Funkverbindungen nach Bojendorf und Schneeberg die Ausbaukosten auf 370.000 Euro beziffert.
"Wir sind halt die einzigen, die keine eigene Telefon-Vorwahl und damit auch noch kein eigenes Verteilernetz haben", sagt der Wattendorfer Bürgermeister und VG-Vorsitzende Rudolf Krapp. Für Stadelhofen sind die Erhebungen noch nicht abgeschlossen. Bürgermeister Ludwig Göhl (FW) spricht hier von einem "Rückschlag", denn beim Bau der Fernwasserleitung von Schneeberg nach Eichenhüll "wurden leider keine Leerrohre für Breitband-Verbindungen verlegt. Sonst hätten wir jetzt viel Geld sparen können".


Nur 40 statt 80 Prozent?

Doch a propos Geld: Bei der staatlichen Förderung sieht man sich in der VG Steinfeld gegenüber dem Städten und Gemeinden in den Nachbarlandkreisen im Nachteil. Denn in allen anderen oberfränkischen Landkreisen soll nach dem neuen Zuschussprogramm ein Fördersatz von 80 Prozent gelten, nur im Bamberger Land sollen es - wegen der höheren Prosperität - lediglich zwischen 40 und 60 Prozent sein. Mit ein paar Ausnahmen: Um Nachteile bei der Konversion nach dem Abzug der Amerikaner auszugleichen, dürfen zum Beispiel Hirschaid oder Stegaurach auch mit einer Förderquote von 80 Prozent beim DSL-Ausbau rechnen. "Und von uns verlangt man jetzt den Nachweis der Strukturschwäche, wollen wir ebenfalls in den Genuss einer 80-Prozent-Förderung kommen", zeigt sich die Königsfelder Bürgermeisterin Gisela Hofmann (BBL) erbost. "Das kann doch wohl nicht sein", wundert sich auch Rudolf Krapp, und vermisst die Chancengleichheit mit den ebenfalls nicht schwächeren Nachbar-Kommunen in den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach, wo die 80 Prozent die einheitliche Förderkulisse darstellen. Die aktuelle Versorgung in Wattendorf liegt bei 64 kB, im Gemeindeteil Mährenhüll ist es etwas besser, dort sind es 384 kB. "Das sind keine gleichwertigen Lebensbedingungen".

Dabei sind die drei Jura-Gemeinden finanziell bekanntlich nicht so auf Rosen gebettet, dass sie auf die höheren Zuschüsse verzichten können. "Wenn wir die 80-Prozent-Förderung nicht bekommen, können wir uns dieses Vorhaben nicht leisten. Es geht einfach nicht", sagt die Königsfelder Bürgermeisterin Gisela Hofmann. Und auch die anderen beiden Gemeinderäte haben das Vorhaben einmütig von der guten Bezuschussung abhängig gemacht.