Nein, gewünscht hat sich einen solchen November keiner. Einen Totenmonat, in dem der Rest spätsommerlicher Leichtigkeit wieder weggewischt wird von galoppierenden Corona-Zahlen. Die Politik hat mit erneuten Schließungen reagiert, die einige Bereiche weniger, andere sehr hart treffen. Ob die Maßnahmen ausreichen, werden die nächsten Wochen zeigen.

Bis dahin stehen wir aber wieder vor verschlossenen Wirtshaus- und Konzerthallentüren, können nicht im Sportverein trainieren oder ein großes Familienfest feiern.

Nun haben wir alle bereits vor einem halben Jahr unsere Erfahrungen gemacht, als bei einem ersten Lockdown Kitas und Schulen geschlossen waren, Betriebe stillstanden und die Straßen wie leer gefegt schienen. Davon sind wir weit entfernt und sollen es auch bleiben, wenn es nach der Politik geht. Den Umgang mit Beschränkungen haben wir aber damals gelernt und müssen es nun wieder.

Aber dennoch bleibt viel, was wir tun können, wenn wir Abstand wahren, Maske tragen und uns gründlich die Hände waschen. Der Gottesdienstbesuch bleibt erlaubt, auch wenn die Kirche für jeden Verständnis hat, der aus Angst vor Ansteckung darauf verzichtet. Alle Geschäfte bleiben offen, auch wenn manch einer bereits dem Weihnachtsandrang mit gemischten Gefühlen entgegenblicken dürfte.

Und dann haben wir noch das Glück, dass wir in und um Bamberg mit einer herrlichen Natur gesegnet sind, die wir auch im Herbst genauso genießen können wie fränkische Speisen - wenn wir sie heimholen oder selbst zubereiten. Jeder hat andere Möglichkeiten, dem Corona-Trübsinn zu begegnen. Wir geben einige Anregungen, wie das gelingen kann.

Durch den Herbst wandern

F reilich ist es regnerischer und kühler geworden. Und doch war frische Luft selten so wichtig wie jetzt. Ein Herbstspaziergang macht Freude - ob in den Hain, durch den Hauptsmoorwald, im Park von Schloss Seehof oder auf dem Jura: Noch schmückt die Bäume ein buntes Blätterkleid. Wer Kinder hat, kann mit ihnen Drachen steigen lassen oder in Gummistiefeln durch Pfützen springen.

Wem ein Spaziergang nicht genügt, der kann auch im Herbst gut die Wanderstiefel schnüren - und sollte genug Brotzeit einpacken, solange die Gastronomie schließen muss. Eine Auswahl an Wanderstrecken in der Region bietet unter anderem Bambergs Tourismus und Kongress Service unter https://www.bamberg.info/wandern/

Gutes Essen bestellen

So viel Geld und Energie haben die Wirte aus Stadt und Landkreis Bamberg investiert, um alle zu schützen und die Vorgaben zu erfüllen. Und doch müssen auch sie nun wieder zusperren. Zum Glück bieten viele inzwischen Abhol- und Bringdienste an, die sich bereits in der Zeit des ersten Lockdowns großer Beliebtheit erfreuten. Einige Brauereien bieten dazu auch saisonale Bierspezialitäten wie Bockbier in den mitgebrachten Krug oder in der Flasche an. Das Angebot ist groß - und soll es auch bleiben.

Wer sich nun wieder Sauerbraten, Schnitzel oder Pizza aus dem Wirtshaus seines Vertrauens holt, tut damit nicht nur den heimischen Gastronomen etwas Gutes, sondern vor allem auch dem eigenen Gaumen.

Weiterhin Sport treiben

A uch die Bamberger Sportvereine müssen den Trainingsbetrieb noch bis mindestens Ende November einstellen, Fitnessstudios sind ebenfalls geschlossen. N un heißt es wieder, sich nach Kräften individuell oder im Familienkreis fit zu halten. Auch das setzt Glückshormone frei und stärkt die Muskulatur. Radfahrer, Nordic Walker oder Jogger müssen ihre Kleidung der herbstlichen Witterung anpassen. Wer in den eigenen vier Wänden Sport treiben will, kann das auch ohne Fitnessgeräte tun. Leicht nachvollziehbare Übungen bietet nicht nur die Fachliteratur. Auch bei Youtube finden sich unterschiedlichste Lehrvideos für alle Ziel- und Altersgruppen, von Gymnastik über Fitnesstraining bis hin zu Qui Gong oder Yoga.

Daheim Kultur genießen

Wie werden uns weiterhin die vor Ort genossenen Musik- und Theatererlebnisse fehlen! Denn noch mindestens bis Dezember gibt es weder einen Auftritt der Bamberger Symphoniker noch ein Jazz- oder Rock-Konzert. Und so kann ein Theatergutschein eine Brücke in die hoffentlich nahe Zukunft bilden. Jeder Musikfreund kann die lokale Kultur unterstützen, wenn er zum Beispiel eine CD Bamberger Künstler kauft, die Bandbreite reicht von Barockem mit Musica Canterey bis zur Rap-Kombo Bambägga. Auch, wer etwas aus Bamberg lesen möchte, hat die Qual der Wahl. Ganz neu auf dem Buchmarkt sind unter anderem Florian Herrnlebens "Kasperlbunt" und Christian Fiedlers "Bamberger Biergeschichten".

Mit Freunden telefonieren

Zwei Haushalte oder maximal zehn Personen dürfen sich weiterhin treffen. Aber auch Telefonate (ob mit oder ohne Videoübertragung) bleiben eine gute Möglichkeit, Freunden und Verwandten nah zu sein. Damit sind jetzt nicht nur die gemeint, die sich ohnehin regelmäßig melden. Wie wäre es mit einem Überraschungsanruf bei einer alten Freundin, von der man schon lange nichts gehört hat? Oder bei der Tante, die immer einen Witz weiß? Es soll auch Männerrunden gegeben haben, die sich im ersten Lockdown zur regelmäßigen Videokonferenz getroffen haben, um gemeinsam vor dem Bildschirm ein Bier zu trinken. Wen auch immer Sie anrufen: Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf das nächste "richtige" Treffen.

Mal richtig ausmisten

Viele haben bereits im Frühjahr Dachboden und Keller so richtig aufgeräumt, verborgene Schätze entdeckt und manche Altlasten entsorgt. Das befreit und bringt zusätzlichen Stauraum. Kleidung und altes Spielzeug lässt sich im Internet oder auf Basaren (sobald sie wieder möglich sind) zu Geld machen oder an karitative Einrichtungen verschenken. Und was wirklich nicht mehr gebraucht wird, kann zumindest wieder dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden. Denn wie das Landratsamt Bamberg mitteilt, bleiben die Wertstoffhöfe im Landkreis auch weiterhin geöffnet. Das gilt auch für den städtischen Recyclinghof in Bamberg. Wer größere Teile loswerden möchte, kann zweimal jährlich Sperrmüll anmelden.

Kochen und backen

Man kann nicht jeden Tag Essen bestellen. Das macht kein Geldbeutel mit und dafür macht Kochen auch viel zu viel Spaß. In der Gärtnerstadt Bamberg gibt's frisches Saisongemüse wie Wirsing, Kartoffeln und natürlich noch den obligatorischen Kürbis. Wer sich an regionale Spezialitäten wagt, findet unter anderem im Internet Rezepte unter https://www.fraenkische-rezepte.de/ oder unter https://www.genussregion-oberfranken.de/spezialitaeten. Auch wenn es manchmal ein wenig Geduld erfordert, kann Kochen mit Kindern sehr viel Spaß machen. Und Selbstgeschnippeltes schmeckt gleich doppelt so gut. Ähnlich verhält es sich mit dem gemeinsamen Backerlebnis, nicht erst in den Wochen vor Weihnachten.