Mittwochmorgen um 9 Uhr: Da fliegt ein Fass über den Häusern in der Oberen Königstraße. Ein Fass? Genauer gesagt handelte es sich um einen Lagertank, der an einem Kran befestigt über der Brauerei Fässla baumelte.

Die Braustätte bekam am Mittwoch auf diese spektakuläre Weise sechs neue Lagertanks. Die fast fünf Meter hohen Behälter konnten wegen der engen Bebauung nicht einfach angeliefert und installiert werden. Vielmehr brauchte es dazu einen 80-Tonnen-Kran, an dem die jeweils fast eine Tonne schweren Edelstahlfässer in gut 20 Metern Höhe über das Dach der Brauerei einschwebten.





Fässla-Chef Roland Kalb war entsprechend nervös. Klappt alles? Im Innenhof der Brauerei mussten die Tanks durch die offene Wand mit Muskelkraft und Millimeterarbeit in die neu geschaffenen Lagerräume geschoben werden.


Auf 40.000 Hektoliter erhöht

Die Brauerei stockt damit ihre Kapazität auf 51 Tanks auf. In eines der neuen Stahlfässer passen rund 107 Hektoliter Bier. Somit können in der Oberen Königstraße bald 40.000 Hektoliter pro Jahr hergestellt werden. Bisher waren es noch 35.000 Hektoliter.

Die neuen Tanks seien dringend notwendig - "die Nachfrage ist hoch", sagt Kalb. Vor allem im Sommer. Die Produktion habe zuletzt kaum ausgereicht. Die Brauerei hatte noch 1978 zirka 2400 Hektoliter hergestellt. Inzwischen zählt sie zu den größten Brauereien in Bamberg. Ginge es nach Kalb, könnte er mit seinen sieben Mitarbeitern und zwei Auszubildenden eigentlich viel mehr Bier herstellen. Doch reichen die Räume in der dicht bebauten Königstraße kaum aus.

"Das ist bei den historisch gewachsenen Brauereien oft ein Problem", sagt Karl-Heinz Geheeb von der Brauereimaschinenfabrik Kaspar-Schulz in Bamberg. Geheebs Aufgabe besteht darin, doch noch einen Platz zu finden - er plant individuelle Lösungen für solche Braustätten und klärt die Anlieferung ab. Auch fürs Fässla hat er eine Lösung gefunden.

"Irgendwo finden wir immer einen Platz!", scherzte am Mittwoch Brauereichef Kalb, der in einer Woche die Lagertanks bereits in Betrieb nehmen will. Mehrere hunderttausend Euro lässt sich die Brauerei die Erweiterung kosten.