Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) entschuldigte sich in der ersten Vollsitzung des Stadtrats nach den Kommunalwahlen in aller Form für die Panne mit den fehlerhaften Wahlzetteln. Er tat es ausdrücklich auch im Namen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sagte: "Ich bedaure den Fehler sehr!" Während Starke sich jeglicher Schuldzuweisungen enthielt und ankündigte, man werde im Rathaus über organisatorischen Konsequenzen reden, schienen einzelne Stadträte noch einmal in den Wahlkampf zu verfallen.

Auslöser war eine Behauptung der GAL. Sie unterstellte den Verantwortlichen von CSU und Bürgerblock, sie hätten "wissentlich und aus wahltaktischen Gründen" die fehlerhaften Angaben gemacht, die schließlich zum
Druck von 50.000 neuen Stimmzetteln geführt hatten.

Zur Erinnerung: In einem Fall war ein Kandidat als Maler- statt Maurermeister aufgeführt; in den meisten Fällen hatte
der Wohnort der Bewerber nicht mit den Angaben zum Gemeindeteil übereingestimmt.

Die Unterstellung der GAL wies Helmut Müller für die CSU-Fraktion "entschieden zurück" und forderte die Grünen auf, sich zu entschuldigen. Deren Fraktionsvorsitzende Ursula Sowa war um Antwort nicht verlegen und verlangte ihrerseits eine Entschuldigung der CSU. Schließlich habe diese die Mehrkosten von wenigstens 11.000 Euro für den Druck von 50.000 neuen Stimmzetteln mitverursacht.

Auch andere Fraktionen stimmten in die CSU-Schelte ein. Laut Dieter Weinsheimer (FW) muss sich das Ordnungsamt "gerade bei einer Staats tragenden Partei auf gewisse Essentials verlassen können".
Heinz Kuntke (SPD) konstatierte, dass sich Stadt und Ordnungsamt zu Fehlern bekannt hätten, nicht aber die CSU.

Lange übernimmt die Verantwortung

Erst am Ende der Aussprache meldete sich Christian Lange zu Wort und übernahm als Kreisvorsitzender der Partei die Verantwortung. Er bat um Entschuldigung und beteuerte: "Es war keine Absicht dahinter."

BBB-Stadtrat Norbert Tscherner ging nicht näher auf die Vorwürfe der Grünen ein, sondern setzte auf Gegenangriff: Er kritisierte Starke erneut dafür, dass dieser die SPD im Wahlkampf offen unterstützt hat. Der OB sagte erneut, er habe nichts getan, was nicht gesetzeskonform ist. Das habe die Regierung auch bestätigt.

Im Rathaus geht man davon aus, dass die städtische Haftpflichtversicherung für die Mehrkosten aufkommt, die durch die Wahlzettel-Panne entstanden sind. Die rund 11.000 Euro beziehen sich auf die Druck- und Portokosten. Über die zusätzlichen Personalkosten gab es keine Auskunft. Auch nicht auf die Frage von SPD-Fraktionsvorsitzendem Wolfgang Metzner, wer zahlen muss, wenn es die Versicherung doch nicht tun sollte.