Abkühlung tut Not bei dieser Hitze. Nur wo, wenn selbst in den Freibädern jetzt das Beckenwasser so lau ist, dass allenfalls die kalte Dusche wieder für einen kühlen Kopf sorgt!

Wir haben uns auf die Suche nach den kühlsten, öffentlich zugänglichen Orten in der Stadt gemacht. Die gute Nachricht ist, es gibt sie. In den Katakomben im Berggebiet und im ehemaligen Eiskeller des Fränkischen Brauereimuseums auf dem Michelsberg wird es auch bei tropischen Außentemperaturen nicht wärmer als 8 bis 9 Grad.


Temperatursturz beim Abstieg

Die schlechte Nachricht ist: Beide Örtlichkeiten sind nicht spontan zugänglich, falls einem gerade der Sinn danach oder der Schweiß auf der Stirn steht. In die Stephansberger Stollen kommt man nur mit VHS-Führungen, von denen die nächste mit noch wenigen freien Plätzen erst wieder am 14.
August stattfindet. Glück hatten die Teilnehmer, die für den vergangenen Freitag eine Begehung gebucht hatten: Sie durften an einem der heißesten Tage dieses Sommers in den kühlen Untergrund abtauchen.

Aufatmen und abkühlen kann man auch im Brauereimuseum, das aber nicht täglich geöffnet hat (Mittwoch bis Freitag 13 bis 17 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage 11 bis 17 Uhr).


Ein Aha-Erlebnis im Eiskeller

Der Abstieg in den Eiskeller sei für die meisten Gäste ein Aha-Erlebnis, berichtet Vorstandsmitglied Markus Raupach. Sie würden sich wundern, wie frisch es da unten ist. Musste es auch sein, schließlich sollte das dort gelagerte Natureis möglichst lange halten. Vor der Erfindung der Kältemaschine im 19. Jahrhundert war Natureis die einzige Möglichkeit, verderbliche Waren wie Bier und Lebensmittel in den Sommer hinein kühl zu halten.
Auch in den Stephansberger Stollen wurde früher Eis gelagert, weiß VHS-Leiter Martin Köhl. Wer mit ihm oder anderen Stollen-Kennern die Katakomben besucht, benötigt in jedem Fall eine warme Jacke. Auch dann, wenn es draußen 30 Grad heißer ist. Denn der Aufenthalt dauert 90 Minuten.

Für den Museums-Eiskeller ist laut Raupach dagegen kein Kälteschutz nötig. Man bleibe nur kurz am tiefsten und kühlsten Punkt.

Ähnlich kalte Orte, die der Allgemeinheit zugänglich sind, haben wir trotz Schweiß treibender Recherche nicht gefunden. Wem mit 22 bis 23 Grad schon geholfen ist, der kann sich in Kaufhäuser und Supermärkte "flüchten". Laut Geschäftsleiter Alfons Distler gibt es nicht wenige Leute, die sich jetzt besonders gern im Karstadt-Gebäude aufhalten. Man höre öfters Bemerkungen wie "hier ist es sehr angenehm".


Angenehme 23 Grad im Dom

Einkaufen gehen, um einen kühlen Kopf zu behalten? Das könnte bei längeren Hitzeperioden zu einem kostspieligen Vergnügen werden. Alternativen sind in jedem Fall alte Kirchen. Ihre dicken Mauern sperren die Hitze gewöhnlich länger aus als andere Bauwerke. Zum Beispiel der Dom. Dort herrschen zur Zeit angenehme 22/23 Grad - ganz ohne Klima-Anlage.

Wer schon immer 'mal einem Strafverfahren beiwohnen wollte, könnte es in diesen Tagen mit einer Verschnaufpause in angenehm temperierter Umgebung verbinden: Im klimatisierten Schwurgerichtssaal des Justizgebäudes am Wilhelmsplatz hatte es am Freitag bei knapp 30 Grad draußen erträgliche 23 Grad.