Die Wespe wird von einer Horde Bienen umringt, die dem Eindringling den Garaus machen. Sie wollen sich bei der Brut am Lehrbienenstand der Bamberger Imker nicht stören lassen. In einem Brutschrank sind 50 000 bis 60 000 Bienen, schätzt Karl-Heinz Übelacker, Vorsitzender des Imkervereins Bamberg und Umgebung. Er hat einen der Kästen als Anschauungsobjekt nach draußen gestellt. Ab und zu zeigt sich auch mal die Königin. Sie ist größer als ihre Artgenossinnen und mit einem blauen Punkt markiert. Allerdings verkriecht sie sich recht schnell wieder, sobald einer der Besucher den Kasten öffnet. Denn in der Dunkelheit fühlt sie sich am wohlsten.

Oben im Honigraum ist schon viel von dem bei Menschen so beliebten goldgelben Endprodukt zu sehen. Unten im Brutraum sind fast alle Waben zu. Bald sollen die Jungbienen schlüpfen. Übelacker will seine geflügelten Schützlinge mit Ameisensäure gegen die Varroamilbe wappnen, die seit Jahren ganze Bienenvölker tötet und den Imkern Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Im Moment ist von der Bedrohung nicht viel zu sehen, doch für Übelacker ist das nur die Ruhe vor dem Sturm. "Wir müssen die Milben bis zum Herbst komplett entfernen", erklärt er. "Wenn wir nur fünf überleben lassen, sind bis zum Frühjahr schon 2000 Nachkommen da."

Die Varroamilbe ist nicht die einzige Gefahr für die fleißigen Insekten. Imker Übelacker beklagt auch die "Versteppung der Landschaft¨ durch den Maisanbau. Auch Neonicotinoide, hochwirksame Insektentötungsmittel, machen ihm Sorgen. Sie werden in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt - und können leider auch Bienen töten. Studien zeigen, dass die Mittel auf die Tiere wie eine Droge wirken: anziehend, aber hochgefährlich. "Vor zwei Jahren hatte Deutschland die Möglichkeit, die Neonicotinoide EU-weit verbieten zu lassen", kritisiert Übelacker. "Aber sie haben sich der Stimme enthalten." Und so gehen die Sorgen der Imker weiter.

Wilhelm Schubert, Leiter des Ökologischen Gemüseversuchsbetrieb an der Galgenfuhr, führt seinem Publikum die Artischocken- und Salatpflanzen vor. Die Artischocken sehen wie riesige blaue Blumen aus. "Sie ist eine Art Distel, ein mehrjähriges Staudengewächs", sagt Schubert. "In südlicheren Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien gelten sie als Delikatesse. Bei uns haben sie sich noch nicht so durchgesetzt."


Experte gibt Tipps

In seinem Versuchsbetrieb machen sie sich gut - nicht zuletzt wegen der beiden vergangenen milden Winter. "Von sechs Sorten, die wir angepflanzt haben, sind noch vier da", so Schubert. "Abgedeckt halten sie Temperaturen bis zu minus 15 Grad aus." In den Wintern 2013/14 und 2014/15 wurde es nie so kalt. Und wenn Artischocken den ersten Winter überstehen, steigen die Erträge im zweiten Jahr auf das Doppelte, sagt Schubert.

Auch die Romana-Salatköpfe blühen. Romana-Salat, was auf deutsch "römischer Salat" heißt, stammt aus dem Mittelmeerraum. "Sein Vorteil ist, dass er nicht sofort in sich zusammensackt, wenn man ihn Salatsoße anmacht", sagt Wilhelm Schubert über das Gemüse, das meist in Herzform verkauft wird. Eine Frau will wissen, wie es mit dem Nitratgehalt ist. "Es ist ein Sommersalat, deshalb hat er nur wenig Nitrat", erklärt der Betriebsleiter.

"Hoch ist der Anteil meist bei Wintersalat aus dem Treibhaus." Die Besucher am Tag der offenen Tür im Gemüsebauversuchsbetrieb konnten auch neue Gewächshäuser, Traktoren und einen Schaugarten besichtigen, kleine Gäste betätigten sich in der Kinder-Gärtnerei. Zu essen gab es unter anderem Gemüsefladen, Käse-, und Quarkbrote mit Zutaten aus regionalem Anbau.