"Wir müssen dieses Mal definitiv die Notbetreuung in Anspruch nehmen", sagt eine Mutter aus dem nördlichen Landkreis. "So gern wir die Erzieherinnen entlastet hätten, aber wir kriegen das mit unseren Urlaubstagen sonst einfach nicht hin." Auch an ihrer Kita wäre nun Freitag, 18. Dezember, der letzte Tag vor den Weihnachtsferien - doch wer Bedarf hat, kann seine Kinder trotzdem noch bis 22. Dezember betreuen lassen.

Die Träger entscheiden selbst

Während der frühere Ferienstart für die Schulen verbindlich gilt, ist er für Kindergärten und Krippen allenfalls eine Option. Und so unterscheiden sich im Landkreis Bamberg die Kita-Schließzeiten von Ort zu Ort, von Träger zu Träger. So ist zum Beispiel in Stegaurach, Staffelbach. Buttenheim oder Gerach bis einschließlich 23. Dezember für alle. In Viereth gibt es eine Notbetreuung am 21./22. Dezember gibt, hier fühlt sich Elternbeiratsvorsitzender Matthias Schneider gut mitgenommen: Über eine App konnten die Eltern mitteilen, ob sie Betreuungsbedarf haben oder nicht. "Durch die Abfrage wurde ein guter Mittelweg gefunden, der Eltern und Personal gerecht wird", sagt Schneider. "Wir sind sehr froh, dass das Personal auch an die berufstätigen Eltern denkt." Ansonsten ist er den Kita-Betreuern vor allem dankbar für die tolle Arbeit in diesem schwierigen Jahr.

Grundsätzlich entscheiden die Träger von Kindertageseinrichtungen selbst, an welchen Tagen die Kitas öffnen und wann sie zeitweise schließen. Mit Schreiben vom 26. November hatte sich aber das Bayerische Familienministerium an die Träger gewandt: "Das Erziehungspersonal hat in diesem Jahr Herausragendes geleistet und ist nicht selten an die Grenzen seiner Kräfte gegangen. Daher sollte es auch den Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen ermöglicht werden, ihre Kontakte rechtzeitig vor den Weihnachtsfeiertagen zu reduzieren."

Die Kindertagesstätten sollten aber im Falle früherer Ferien "zumindest für die Kinder eine Betreuung anbietet, deren Eltern diese unbedingt benötigen". Nachdem es sich um keine staatlich verordneten zusätzlichen Schließtage handle, gibt es auch keine Vorgaben, für welche Kinder in jedem Fall eine Betreuung angeboten werden soll. Hier biete sich vielmehr ein "unbürokratisches Vorgehen vor Ort" an. Die Träger erhalten mit diesen Regelungen laut Ministerium "größtmögliche Flexibilität beim Ferienstart".

Versuch, allen gerecht zu werden

Eine Umfrage im Landkreis zeigt, dass vielerorts die Kitas wie geplant in die Weihnachtsferien gehen - oder zumindest eine Notbetreuung anbieten. Allerdings durften sich die Kindergarten-Gruppen monatelang nicht mischen und das sollen sie jetzt auch in knapp drei Tagen Bedarfsbetreuung nicht ohne Not. So werden in vielen Kitas alle Gruppen offen gehalten - und ein Großteil der Erzieherinnen arbeitet regulär.

Eine Notbetreuung wird es nach Rücksprache mit den Elternbeiräten zum Beispiel auch in Frensdorf am 21. und 22. Dezember geben. "Das heißt, wir werden bei den Eltern abfragen, ob Sie eine Betreuung benötigen. Ab dem 23. hatten wir regulär Schließtage eingeplant", erklärt uns Julia Geisler, die Einrichtungsleiterin des Kinderhauses St. Elisabeth. Mit dieser Lösung wolle sie allen Eltern gerecht werden. Zugleich hofft sie, dass genug Kinder zuhause bleiben, damit sie einigen Erziehern früher freigeben kann.

In Altendorf beginnen die Weihnachtsferien für die Kindertagesstätte Kürbisland planmäßig. "Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, allerdings wissen wir bereits aus der Notbetreuung während unserer Sommerferien heraus, dass die Eltern kaum noch Urlaubstage/Überstunden übrig haben, da diese während der Anfangszeit der Epidemie eingebracht werden mussten", teilt dazu Sabrina Huberth von der Gemeinde Altendorf mit. Es werde abgefragt, wer sein Kind vom 21. bis 23. Dezember im Kindergarten betreuen lassen wird. Auch in dieser Zeit bleiben alle Gruppen geöffnet, um nicht mischen zu müssen. "Sofern weniger Kinder in den Gruppen sind, erhalten die Mitarbeiter die Möglichkeit, Urlaub bzw. Überstunden zu nehmen."

In Hallstadt gibt es in St. Franziskus eine Notbetreuung vom 21. bis 23. Dezember. Die Kindergärten Pfarrer Rössert, St. Anna und St. Ursula gehen am 22. Dezember um 14 Uhr in die Ferien und auch das Awo-Kinderhaus will bis zu diesem Tag öffnen. Bürgermeister Thomas Söder (CSU) lobt ausdrücklich die Arbeit des pädagogischen Personals, das "mit kreativen Ideen die Kinder auch in der schwierigen Zeit des ersten Lockdowns begleitet" habe und seither verschiedenste Auflagen meistere.

Die Kindertagesstätten in Scheßlitz beginnen mit den Weihnachtsferien analog zu den Schulferien am 21. Dezember. "Auch hier soll den Familien und den Mitarbeitern ermöglicht werden, durch eine frühzeitige Reduzierung der Kontakte das Weihnachtsfest so unbeschwert wie möglich zu begehen", erklärt Cornelia Weber, Geschäftsleiterin der Stadt Scheßlitz. Allerdings wird es dort auch keine Notbetreuung mehr geben - weil keine Gruppen durchmischt werden sollen.

So unterschiedlich die Kitas im Landkreis in die Weihnachtsferien gehen, planen die meisten, am 7. Januar 2021 wieder zu starten. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass Corona alle Pläne über den Haufen wirft.

Normalbetrieb oder Notbetreuung

In Lauter und in Zapfendorf haben die Kindergärten "regulär offen und starten nicht eher in die Weihnachtsferien". Auch die Kindergärten in Pommersfelden und Steppach, sowie die Kinderkrippe in Sambach haben bis einschließlich 23. Dezember geöffnet. In Oberhaid schließt der gemeindliche Kindergarten Regenbogen regulär ab 23. Dezember. Genauso verhält es sich mit der Kindertagesstätte Stadelhofen.

In Strullendorf haben "zwei Einrichtungen regulär bis 23. Dezember geöffnet und zwei Einrichtungen haben ebenfalls bis 23. Dezember geöffnet, jedoch nur Notgruppen". Drei von vier Einrichtungen in der Stadt Schlüsselfeld haben regulär geöffnet, die vierte schließt bereits ab dem 21. Dezember und bietet eine Notbetreuung an. Die soll es am 21. und am 22. Dezember ebenfalls in Heiligenstadt, Viereth und Oberhaid geben.

"Eine Notbetreuung wird definitiv stattfinden", sagt auch die Ebracher Kita-Leiterin Nicole Wachter. Derzeit laufe noch eine Bedarfsumfrage unter den Eltern. Genau so verhält es sich in Hirschaid. Soweit möglich, werde man dort das Personal in den Gruppen reduzieren.

In Walsdorf bietet die Kita Arche vom 21. bis 23. Dezember nur noch eine Bedarfsgruppe an. "Das Haus für Kinder in Königsfeld wird keine vorzeitigen Schließtage haben", teilt Bürgermeister Norbert Grasser mit. Es sei aber eine Notbetreuung organisiert. "Wer kommen will, kann kommen, wer nicht, kann zu Hause bleiben." In Bischberg gehen die Kindergärten regulär am 23. Dezember in die Ferien, während man in Trosdorf einen Tag früher dran ist.

"Da wir gerne mit den anderen pädagogischen Einrichtungen der Gemeinde gleich fahren möchten, haben wir uns dazu entschlossen, nicht komplett vorzeitig zu schließen, sondern eine Notbetreuung für die Tage 21., 22. und 23.Dezember anzubieten", teilt Leiterin Sabine Bruchmann vom Haus für Kinder St. Michael in Breitengüßbach mit. Die Notbetreuung werden dort elf Kindergartenkinder sowie vier Krippenkinder wahrnehmen.

Auch die Kindertagesstätte St. Marien in Gundelsheim öffnet bis 18. Dezember regulär, bietet aber bis einschließlich 23. Dezember eine Notbetreuung an.